Uli Hoeneß äußert sich kritisch zu Max Eberls Zukunft beim FC Bayern
Uli Hoeneß nutzte seinen Auftritt in der Sendung „Doppelpass“ nicht nur für markante Aussagen, sondern auch für subtile Spitzen gegen Max Eberl. Die Zukunft des Sportvorstands scheint zunehmend ungewiss.
München – Hoeneß präsentierte sich gewohnt angriffslustig. Zwischen scharfen Angriffen auf Newcastle United, Seitenhieben gegen Lothar Matthäus und der Feststellung, dass die Bayern die „eigentlichen Gewinner“ des Transfersommers seien, richtete er auch klare Botschaften an Eberl. Von einem eindeutigen Rückhalt war jedoch nichts zu vernehmen. Stattdessen erklärte er: „Wenn gewisse Dinge nicht laufen, werde ich immer mein Maul aufreißen.“
Für Eberl war dies ein herber Rückschlag. Einst als Wunschlösung von Hoeneß nach München geholt, scheint das Verhältnis inzwischen abgekühlt. Intern wird berichtet, dass der Ehrenpräsident die Arbeit des Sportvorstands mittlerweile eher neutral beobachtet. Eberl war bei den gescheiterten Wunsch-Transfers von Florian Wirtz und Nick Woltemade noch auf Kurs mit Hoeneß – nur um danach von den Aufsichtsräten auf Leihgeschäfte beschränkt zu werden.
Das Resultat: Mit Nicolas Jackson erfüllte Eberl zwar die Vorgabe, zahlte für den Deal jedoch eine Rekord-Leihgebühr von 16,5 Millionen Euro. Ein Kompromiss, der ihn in den Augen vieler Beobachter nicht gerade gestärkt hat. Neben inhaltlicher Kritik gibt es auch atmosphärische Störungen, wie die Sport BILD berichtet. Mehrfach soll Eberl bei entscheidenden Terminen gefehlt haben – sei es bei Gesprächen über die Zukunft von Thomas Tuchel oder bei Verhandlungen mit Spielerberatern.
Auch der Verkauf von Kingsley Coman sowie späte Transferversuche bei Antony, Ademola Lookman oder Jamie Gittens werfen Fragen auf. Hinzu kommen öffentliche Auftritte, die nicht immer glücklich verliefen, darunter das Vorgehen bei der gescheiterten Vertragsverlängerung mit Klub-Legende Thomas Müller sowie die öffentliche Ablösedebatte um Nick Woltemade.
Trotz aller Kritik hat Eberl auch Erfolge erzielt. Michael Olise gilt als einer der besten Transfers der Bayern in den letzten Jahren, und auch Trainer Vincent Kompany erweist sich bislang als Glücksgriff. Beide Personalien stärken seine Position. Doch reicht das aus, um die Zweifel im Aufsichtsrat dauerhaft auszuräumen?
Eine schnelle Trennung wird gegenwärtig nicht erwartet. Zunächst steht die Suche nach einem Nachfolger für Finanzvorstand Michael Diederich im Vordergrund. Zudem findet am 2. November die Jahreshauptversammlung statt, bei der Präsident Herbert Hainer bestätigt werden soll. Namen wie Markus Krösche oder Ralf Rangnick werden in München immer wieder diskutiert – jedoch bleibt die Frage, ob sie beim FC Bayern unter den starken Persönlichkeiten Hoeneß und Rummenigge tatsächlich frei agieren könnten.
Für Eberl gilt daher: Nur sportlicher Erfolg kann seine Position festigen. Sollte die Mannschaft unter Kompany Titel gewinnen, dürfte selbst Hoeneß nicht gegen ihn argumentieren können. Bleibt dieser Erfolg jedoch aus, droht dem Sportvorstand eine ungewisse Zukunft.