Uli Hoeneß kritisiert Bundestrainer Julian Nagelsmann
Uli Hoeneß äußert seine Meinung selten zurückhaltend. Jetzt hat es auch Bundestrainer Julian Nagelsmann getroffen.
München – Immer wieder bringt Uli Hoeneß seine Ansichten zu aktuellen Themen rund um den FC Bayern, die Bundesliga und die Nationalmannschaft öffentlich zur Sprache. Der Ehrenpräsident des FC Bayern nutzt diese Gelegenheiten, um kontroverse Meinungen zu äußern, die oft für Diskussionen sorgen. Er ist sich bewusst, dass er damit Reaktionen auslöst.
Ein Beispiel dafür sind seine kritischen Bemerkungen über den englischen Spitzenklub FC Liverpool, die er in eine Lobeshymne auf Luis Diaz einfließen ließ. Die Bayern hatten Diaz im vergangenen Sommer für 70 Millionen Euro von den „Reds“ verpflichtet, und der Kolumbianer hat sich inzwischen als Leistungsträger beim Rekordmeister etabliert.
Im Podcast „Auf eine weiß-blaue Tasse“ von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) äußerte Hoeneß nun auch seine Meinung zur Debatte um ein Comeback von Bayerns Torhüter Manuel Neuer in der Nationalmannschaft. „Dieses Thema Neuer hätte ich ganz anders angepackt“, erklärte Hoeneß.
Er betonte, dass man zwar einen Torwart auswählen müsse, gleichzeitig aber auch sagen sollte: „Wir warten ab, wie sich die Situation entwickelt.“ Er bemerkte, dass Neuer ohne die öffentliche Diskussion noch vier Wochen vor der WM nominiert werden könnte und in der Form von Mai spielen würde. „Das ist die Gefahr bei Julian, dass er zu viele Dinge über die Medien regelt“, so Hoeneß weiter.
In diesem Zusammenhang ging Hoeneß auch auf Nagelsmanns Kritik an Stuttgarts Stürmer Deniz Undav ein. „Du musst deine Probleme heute intern lösen“, riet Hoeneß dem Bundestrainer. Es sei erwähnenswert, dass Nagelsmann sich mittlerweile für seine Äußerungen entschuldigt hat, jedoch auch dies über die Öffentlichkeit tat.
Hoeneß fügte hinzu, dass Kontinuität und Selbstvertrauen für eine Mannschaft von großer Bedeutung seien. In Anbetracht der WM im Sommer würde er daher nicht mehr so viele Experimente durchführen. „Ich möchte kein Nagelsmann-Bashing betreiben, aber was ich ihm vorwerfe, ist, dass er noch junge Spieler hinzuholt und testet, um den Medien gerecht zu werden“, so der Bayern-Patron.