Unruhe bei Borussia Mönchengladbach: Trainer Polanski unter Druck
Bei Borussia Mönchengladbach wächst die Unruhe, obwohl das Team einen kleinen Vorsprung im Abstiegskampf hat. Ein ehemaliger Spieler und heutiger Experte hat Trainer Eugen Polanski öffentlich in Frage gestellt.
Mönchengladbach – Trotz eines fünf Punkte umfassenden Polsters auf den Relegationsplatz ist die Situation bei Borussia Mönchengladbach angespannt. Angesichts der jüngsten Entwicklungen ist der Vorsprung auf Rang 16 nicht mehr als komfortabel zu betrachten. Besonders die fehlende Konstanz unter Trainer Eugen Polanski sorgt für zunehmende Diskussionen.
Nachdem zwischenzeitlich zwei Heimsiege gegen Union Berlin (1:0) und St. Pauli (2:0) für etwas Entlastung gesorgt hatten, folgte eine Serie ohne Sieg. Ein 3:3-Unentschieden in Köln, ein 2:2 gegen Heidenheim und eine 0:1-Niederlage in Leipzig führten dazu, dass der Vorsprung innerhalb von nur drei Spielen wieder schmolz. Die Konkurrenz im Tabellenkeller bleibt in Schlagdistanz, während Gladbach weiterhin auf Stabilität wartet.
Ein Blick auf die Rückrundenbilanz verdeutlicht die Problematik: Aus zwölf Spielen holte das Team lediglich zwei Siege, fünf Unentschieden und fünf Niederlagen, was einem Punkteschnitt von unter einem Punkt pro Partie entspricht. Nach 26 Spielen kommt die Mannschaft auf insgesamt nur 29 Punkte – deutlich zu wenig für die eigenen Ansprüche, die wesentlich höher gesteckt sind.
Deutliche Worte fand auch Ex-Profi Stefan Effenberg im Doppelpass bei SPORT1. „Ich mache mir jeden Tag Gedanken um meinen Ex-Klub, auch ein bisschen Sorgen“, erklärte der frühere Gladbacher. In Bezug auf Trainer Polanski äußerte er sich kritisch: „Die Statistiken sprechen nicht gerade für Polanski. Wenn du aus 26 Spielen nur 29 Punkte holst, ist das ein Schnitt von 1,1. Da fehlt mir die Fantasie zu sagen, dass sich da irgendetwas nach vorne entwickelt.“
Obwohl Effenberg anerkannte, dass Verletzungen und qualitative Mängel im Kader zur aktuellen sportlichen Lage beigetragen haben, stellte er klar: „Das reicht nicht für die Ansprüche, die man hat, eventuell unter die ersten zehn der Bundesliga zu kommen. Das ist die Wahrheit bei Borussia Mönchengladbach.“ Angesichts der Entwicklung brachte der 57-Jährige sogar ein mögliches Ultimatum für den Trainer ins Spiel.
Die kommenden Spiele gegen Mainz 05 und den VfL Wolfsburg stehen nun im Fokus. Für Polanski und die Fohlen könnten diese Begegnungen entscheidend werden. Effenberg formulierte es unmissverständlich: „Die nächsten zwei Spiele sind entscheidend, vielleicht auch für Eugen Polanski. Ob er seinen Vertrag bis 2028 erfüllen kann, entscheidet sich, glaube ich, in den nächsten zwei, drei Wochen.“