Vorfreude auf den Klassiker: Bayern gegen Dortmund

Vorfreude auf den Klassiker: Bayern gegen Dortmund

Der mit Spannung erwartete Klassiker zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund wirft seine Schatten voraus. Dortmunds Geschäftsführer Lars Ricken verbindet eine lange Geschichte mit Bayerns Sportvorstand Max Eberl.

Am Samstagabend treffen der FC Bayern und Borussia Dortmund erneut aufeinander, was nach zweieinhalb Jahren wieder ein Duell zwischen dem Ersten und Zweiten der Bundesliga-Tabelle darstellt. Ein Sieg für den BVB in der Allianz-Arena könnte den Rückstand auf den Rekordmeister auf nur einen Punkt verringern und ein starkes Signal im Titelrennen senden.

Trotz der sportlichen Brisanz herrscht zwischen den Vereinsführungen eine entspanntere Atmosphäre als in den vergangenen Jahren. Lars Ricken, seit Mai 2024 Geschäftsführer Sport beim BVB, und Max Eberl, Sportvorstand des FC Bayern, teilen eine amüsante Anekdote aus ihrer aktiven Zeit.

„Ich habe im Jugendbereich gegen ihn gespielt. Im Halbfinale der deutschen A-Jugend-Meisterschaft, Bayern gegen Dortmund“, erzählt Ricken in einem Interview mit der Sport Bild. „Er war mein direkter Gegenspieler und hat mich 90 Minuten in Manndeckung genommen.“ Das Ergebnis dieser intensiven Bewachung war überraschend: „Wir beide hatten die mit Abstand wenigsten Ballkontakte auf dem Platz.“

Allerdings spielt Ricken hier mit seinen Erinnerungen, denn ein Halbfinal-Duell zwischen Dortmund und Bayern in der A-Jugend hat nie stattgefunden. Die Daten aus den frühen 1990er Jahren sind zwar lückenhaft, doch die A-Junioren der beiden Clubs trafen nur 1991/92 und 1994/95 in den Endrunden aufeinander, jeweils im Viertelfinale.

Für das erste Duell war Ricken (Jahrgang 1976) zu jung, während Eberl (Jahrgang 1973) für das zweite Duell 1995 bereits zu alt war, um noch in der A-Jugend zu spielen. Das von Ricken beschriebene Halbfinale lässt sich also nicht belegen. Eine andere Erinnerung an den jungen Max Eberl ist jedoch verifiziert.

„Bei der U21-Nationalmannschaft haben wir später zusammengespielt und einmal sogar ein Zimmer geteilt“, sagt Ricken. Tatsächlich standen Eberl und Ricken 1995 bei vier Länderspielen der U21 unter dem langjährigen Trainer Hannes Löhr im Kader. Ricken beschreibt den oft kritisierten Bayern-Vorstand 30 Jahre später als „sehr umgänglichen Typen“.

Das Wiedersehen zum Bundesliga-Gipfeltreffen beginnt mit dem traditionellen „Bosse-Essen“, das Ricken bisher als „sehr launige Runde“ erlebt hat. „Das lag auch daran, dass die Bayern uns in der vergangenen Saison aufgrund unseres Abschneidens nicht als Rivalen wahrgenommen haben“, erklärt Ricken ehrlich.

Verbalen Sticheleien und eine frostige Atmosphäre beim Essen gehören der Vergangenheit an. „Die Reibereien müssen wir uns wieder verdienen“, betont Ricken. Nach Jahren der Bayern-Dominanz will der BVB dem Rekordmeister wieder näher auf den Fersen sein. „Ich bin froh, dass es nun ein Duell zwischen dem Ersten und Zweiten ist. Das ist ein starkes Signal“, so Ricken.

Insbesondere im Ausland hat der Klassiker eine immense Bedeutung: „International tragen Bayern und wir die große Last der Bundesliga. Bei der Klub-WM waren wir gemeinsam vertreten. In den letzten Jahren waren wir es, die die Bundesliga mit Marketing-Reisen im Ausland repräsentiert haben“, fügt der Ex-Profi hinzu.

Auch in der Nationalmannschaft zeigt sich der Stellenwert: Dortmund und Bayern stellten mit je fünf Profis die größten Blöcke beim Oktober-Lehrgang. Allerdings trugen die Bayern-Stars in den WM-Qualifikationsspielen gegen Luxemburg und Nordirland insgesamt deutlich mehr zu den DFB-Siegen bei als das BVB-Quintett.

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