Winter-Transfermarkt beim BVB: Sebastian Kehl gibt Einblicke
Der Winter-Transfermarkt öffnet Anfang Januar, und beim BVB wird voraussichtlich nicht viel geschehen. Oder etwa doch? Sebastian Kehl, der Sportdirektor, lässt Spielraum für Spekulationen.
Nach dem 4:0-Sieg von Borussia Dortmund gegen den FC Villarreal in der Champions League wurde Kehl in der Mixed Zone auf Fábio Silva angesprochen. Der junge Stürmer, der mit seinen begrenzten Einsatzzeiten unzufrieden ist, hat sich jedoch nicht wegen eines schnellen Transfers gemeldet.
„Es ist ehrlich gesagt nicht der Plan, dass wir im Winter Spieler abgeben, auf die wir setzen und langfristig bauen möchten“, erklärte Kehl unter anderem gegenüber Absolut Fussball, dem Fußballportal von Home of Sports. Dies geschah knapp fünf Wochen vor dem neuen Jahr und der Eröffnung des Wintertransferfensters.
Diese Aussage lässt jedoch Raum für Interpretationen. Für Silva, dessen hohe Ablösesumme aus dem Sommer noch in Erinnerung ist, wird der BVB langfristige Pläne haben, wie Kehl betonte. Bei anderen Spielern im Kader ist die Situation jedoch weniger klar.
Ein Blick auf die Vertragslaufzeiten zeigt, dass einige Spieler im Winter möglicherweise Angebote annehmen sollten. Abgesehen von dem starken Leihspieler Aaron Anselmino laufen sechs Verträge am Ende der Saison aus. Kapitän Emre Can, sein Stellvertreter Julian Brandt und Ersatztorwart Alexander Meyer haben Chancen auf Vertragsverlängerungen.
Bei Pascal Groß hingegen ist eine Verlängerung schwer vorstellbar, da der Mittelfeldspieler zu Beginn der nächsten Saison 35 Jahre alt sein wird. Trotzdem hat er in den kurzfristigen Plänen von Trainer Niko Kovač seinen Platz. Für Salih Özcan und Niklas Süle sind neue Verträge jedoch eher unwahrscheinlich. Kovač setzt momentan nicht auf den türkischen Nationalspieler, was die langfristige Perspektive zusätzlich einschränkt.
Özcan wurde für die laufende Champions-League-Phase nicht nominiert. Der Mittelfeldspieler, der 2022 auf Empfehlung von BVB-Berater Matthias Sammer vom 1. FC Köln kam, hat sich nicht über den Status eines Mitläufers hinaus entwickelt. Der BVB würde im Winter gerne einen Abnehmer finden, doch es wird erwartet, dass Özcan seinen Vertrag auslaufen lassen möchte.
Diese Entscheidung könnte nicht nur an seinem hohen Gehalt liegen, denn ein Wechsel als vereinsloser Spieler bringt weitere Vorteile mit sich. Özcan ist auch ohne Spielpraxis ein fester Bestandteil des türkischen Kaders, der an den Playoffs um die letzten WM-Tickets teilnimmt. Die Situation bei Süle ist ähnlich: Es wird für Dortmund schwierig sein, den Topverdiener im Januar von der Gehaltsliste zu streichen.
Der 30-Jährige hat in dieser Saison aufgrund von Verletzungen nur einen Einsatz pro Wettbewerb. Daher kann er sich nicht für andere Klubs empfehlen. Süle wird wahrscheinlich kein Interesse daran haben, vorzeitig aus seinem Vertrag beim BVB auszusteigen. Unabhängig von seinem neuen Ziel wird er erhebliche Gehaltseinbußen hinnehmen müssen.
In Bezug auf prominente Abgänge ist im Winter also eher wenig zu erwarten. Dies war auch in den vergangenen Jahren meist der Fall – der Verkauf von Donyell Malen an Aston Villa im Januar 2025 stellt eine Ausnahme dar. Abgänge sind allenfalls im Bereich der Talente zu erwarten. Eine Leihe für Julien Duranville könnte sinnvoll sein, damit der verletzungsanfällige Belgier endlich Spielrhythmus findet.
US-Juniorennationalspieler Cole Campbell hat nach seinem beinahe-Transfer zum VfB Stuttgart im Sommer erneut einen Wechselwunsch geäußert. Auch bei Almugera Kabar gibt es immer wieder Gerüchte. Der Linksverteidiger genießt international einen ausgezeichneten Ruf, konnte diesen jedoch durch seine Einsätze bei den BVB-Profis in der Vorsaison nicht rechtfertigen.
In dieser Spielzeit haben es die Talente schwer: „Wir haben im Moment einen sehr, sehr vollen Kader. Wir haben kaum Verletzungen. Jeder muss auf seine Chance warten“, sagte Kehl. „Die Jungs können vor allem selbst mit guten Leistungen dazu beitragen, dass sie mehr Spielzeit bekommen.“ Andernfalls bleibt die Tür offen – jedoch nicht für Fábio Silva.