WM 2026: Begeisterung für torlose Unentschieden?

WM 2026: Begeisterung für torlose Unentschieden?

Kap Verde bewies beim WM-Auftakt gegen Spanien, dass auch ein torloses Remis faszinierend sein kann. Diese Begeisterung erleben derzeit auch US-amerikanische Fans.

In den USA haben wir keine Berichte gehört, dass Zuschauer in den WM-Stadien nach dem Schlusspfiff bei einem 0:0, 1:1 oder 2:2 sitzen geblieben sind. Offensichtlich haben auch die zunächst Unwissenden erkannt, dass in diesem beliebten Spiel, das in Europa und Südamerika geschätzt wird, ein Unentschieden möglich ist, ohne dass ein Sieger ermittelt wird. Dennoch bezweifeln wir, dass der durchschnittliche US-Sportfan das 0:0 zwischen Spanien und Kap Verde als Sensation wahrnimmt, wie wir es tun. Keine Tore, keine Action, kein Jubel – das wirkte eher wie ein Geld-zurück-Spiel.

Wir können jedoch eine gewisse Freude nicht verhehlen, wenn ein weiteres WM-Spiel 2026 mit einem Unentschieden endet. Dabei sollten wir den amerikanischen Freunden zugutehalten, dass sie einen ausgeglichenen Wettbewerb zu schätzen wissen. Der Profisport, den sie täglich erleben, ist darauf ausgerichtet, maximale Spannung zu erzeugen.

Im Vergleich zu dem freien, jedoch unregulierten europäischen Markt ist alles viel strenger geregelt. Budgetober- und Untergrenzen sorgen dafür, dass die Unterschiede zwischen den Teams nicht so groß sind wie zwischen Real Madrid und Real Oviedo oder zwischen Bayern München und SV Elversberg.

In der NHL endeten in der vergangenen Saison über drei Viertel der Spiele mit einem knappen Ergebnis – das bedeutet, mit einem oder zwei Toren Unterschied (sofern ein Treffer ins leere Netz gezählt wird). Im nordamerikanischen Teamsport gibt es keine dominierenden Meisterschaften; im Basketball musste man über 50 Jahre auf den Titelgewinn der New York Knicks warten, obwohl sie als Team aus einer Weltstadt die besten Voraussetzungen hätten, sich ein All-Star-Team zu kaufen.

Nationalmannschaftssport ist in den USA (und Kanada) mit ihren großen Klubmarken etwas Exotisches. Daher muss er auch spannende Spiele bieten. Ein 7:1, wie im ersten Spiel Deutschlands, mit einem klaren Sieger und einem Außenseiter wie Curacao, ist eine bessere Geschichte als ein gewöhnliches 1:1.

Sobald die Vorrunde vorbei ist (in gefühlten Wochen), werden die Amerikaner auch Spiele sehen, in denen eine Entscheidung erzwungen wird. Man muss ihnen nur sagen, dass die Verlängerung nach einem Tor noch weitergehen kann. Also: Sitzen bleiben.

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