Adi Hütter könnte zurück zur Eintracht Frankfurt kehren
Fünf Jahre nach seinem Weggang hat der Österreicher Adi Hütter gute Chancen, erneut Trainer der Eintracht Frankfurt zu werden. Sportvorstand Markus Krösche sucht nach dem Debakel mit Albert Riera eine autoritäre Persönlichkeit mit klaren Vorstellungen.
Markus Krösche, ein Paderborner Urgestein, ist bekannt für seinen starren Charakter, was ihm als typisches Merkmal eines Ostwestfalen zugeschrieben wird, obwohl er in Hannover geboren und aufgewachsen ist. Der Sportvorstand der Eintracht hält an seinen Überzeugungen fest, sei es in Bezug auf Personal, Strukturen oder Ideen.
In dieser misslungenen Saison ließ er Dino Toppmöller möglicherweise zu lange im Traineramt, und mit seinem Nachfolger Albert Riera landete er definitiv einen Fehlgriff. Krösche zögerte, Riera frühzeitig von seinen Aufgaben zu entbinden, selbst als dessen Leistung immer fragwürdiger wurde. Dies führte schließlich zu einem enttäuschenden achten Platz in der Tabelle.
Albert Riera hinterließ nach seinem kurzen Intermezzo eine verwüstete Mannschaft. Jetzt beginnen die Aufräumarbeiten, und ein grundlegender Umbruch steht bevor. Die entscheidende Frage ist, wer diese Veränderungen auf der Mannschaftsebene gestalten und umsetzen soll. Die Position des Chefcoaches ist im sportlichen Bereich die wichtigste Personalie. Bis Mitte nächster Woche soll ein neuer Trainer präsentiert werden, möglicherweise sogar früher.
Wie bereits berichtet, scheint Ex-Trainer Adi Hütter gute Chancen zu haben, fünf Jahre nach seinem freiwilligen Abgang nach Mönchengladbach wieder in Frankfurt zu arbeiten. Obwohl Hütter Anfragen aus Frankreich, insbesondere von Olympique Marseille, vorliegen hat, ist sein Wunschziel die Premier League. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass in England derzeit ein Posten bei einem ambitionierten Klub frei wird.
Die Konflikte, die Hütter bei seinem abrupten Abschied in Frankfurt aufwarf, sind mittlerweile überwunden. Eintracht-Boss Axel Hellmann, der damals ein scharfer Kritiker der Trennung war, bot ihm versöhnlich die Hand, was Hütter akzeptierte. Dies geschah im Frühjahr 2022. „Wir haben einige Dinge geklärt und aus der Welt geschafft“, sagte der Vorstandssprecher und lud Hütter als Ehrengast zum Europa-League-Halbfinale gegen West Ham ein. Hütter kam und gestand später, dass sein Abschied von der Eintracht sein größter Fehler war.
Obwohl Axel Hellmann der mächtigste Mann im Eintracht-Kosmos ist, trifft er nicht die Entscheidung über die Trainerwahl. Hätte es nach ihm gegangen, wäre nicht Albert Riera auf Dino Toppmöller gefolgt, sondern eher ein Trainer wie Marco Rose. Hellmann hält sich an die Zuständigkeiten und vertraut den Fachleuten in ihren Bereichen, was richtig und wichtig ist, auch wenn es manchmal unterschiedliche Meinungen gibt. Andernfalls könnte er gleich alles selbst machen, was nicht der Weg ist.
Insofern gibt Hellmann auch jetzt nur seine Einschätzung zum Trainer ab, während Markus Krösche die endgültige Entscheidung trifft. Er ist schließlich der Sportchef.
Krösche hat keine enge Verbindung zu Hütter, da er nach dessen Abgang nach Frankfurt kam. Zudem ist Krösche nicht der Typ, der gerne abgeschlossene Geschichten wieder aufwärmt. Dennoch spricht vieles für eine Rückkehr Hütters.
Zum einen hat Krösche nicht direkt mit Hütter gearbeitet, was bedeutet, dass ihm etwas Neues bevorsteht. Zum anderen zeigt die allgemeine Stimmung, dass viele Anhänger einem Comeback Hütters positiv gegenüberstehen. In Umfragen hat er einen deutlichen Vorsprung. Viele haben ihm den unschönen Abschied verziehen und Frieden mit der Vergangenheit geschlossen.
In Frankfurt sehnen sich die Menschen nach einer stabilen und verlässlichen Führung – auch intern. Hütter hat ein klares Profil und erfüllt das Anforderungsprofil, da er als Trainer mit klaren Vorstellungen und einer strengen Hand bekannt ist. „Was er sagt, ist Gesetz“, beschreibt Timmy Chandler den ehemaligen Trainer. Diese Mannschaft benötigt eine solche Autorität, ist sich Markus Krösche sicher.
Hütter würde zum alten und angestrebten neuen Stil der Eintracht passen, der wieder direkter und offensiver gestaltet werden soll. In Frankfurt ließ er einst die Büffel los und steht für einen kraftvollen Fußball, benötigt jedoch das passende Personal dafür.
Das wäre eine Herausforderung für Markus Krösche, denn eine Hütter-Mannschaft muss auch den Hütter-Fußball spielen können. Andernfalls würde es nicht harmonieren, und die Leistung bliebe auf der Strecke. Das wäre sinnlos.
Vor allem würde Markus Krösche sich selbst aus der Schusslinie nehmen. Mit Hütter würde der stark kritisierte und einsichtige Manager auf Nummer sicher gehen und den Verein in kompetente Hände legen. So könnte er sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren, anstatt ständig Brände löschen zu müssen.
Jeder wüsste, was er bekommt: keine leeren Versprechungen, sondern Geradlinigkeit und Zielstrebigkeit. Während eine Erfolgsgarantie nicht gegeben ist, wäre die Gewissheit, dass nichts gravierend aus dem Ruder läuft, vorhanden. Auswüchse wie zuletzt wären undenkbar. Dies ist für Krösche auch im Hinblick auf seine eigene Zukunft wichtig. Sollte er sich entscheiden, in einem Jahr den Klub zu verlassen, würde er ihn in einem geordneten Zustand übergeben, nicht im Chaos, wie es derzeit der Fall ist.
Es deutet also vieles auf eine Rückkehr Hütters hin, es sei denn, Markus Krösche, der Sturkopf, entscheidet sich für einen anderen Weg. Albert Riera lässt grüßen.