Borussia Mönchengladbach kämpft gegen Negativserie
Borussia Mönchengladbach steht vor der Herausforderung, aus einer anhaltenden Negativspirale auszubrechen. Die Mannschaft kämpft gegen ein zentrales Problem im Profifußball: die mentale Verfassung.
In Mönchengladbach hat sich die Situation erneut verschärft. Nach einem frühen Rückstand und Gegentoren durch Standardsituationen konnte die Mannschaft zwar den Rückstand verkürzen, verlor aber letztlich erneut. Borussia Mönchengladbach hat in der Bundesliga seit langem kein Spiel mehr gewonnen.
Das 1:3 gegen Union Berlin war bereits das 14. Ligaspiel in Folge, in dem die Gladbacher ohne Sieg blieben. Nach dem 1:0-Erfolg gegen RB Leipzig am 29. März hatten die Fans leise auf eine Europapokal-Teilnahme gehofft, doch seitdem scheint die Mannschaft wie gelähmt.
Bereits am zweiten Spieltag, als Gladbach 0:1 gegen den VfB Stuttgart verlor, äußerte Kevin Stöger seinen Unmut über die anhaltende Negativserie. Er betonte, dass die Vorsaison keine Rolle spiele und dass Borussia sich auf das Hier und Jetzt konzentrieren müsse. Doch im Profifußball ist der Kopf entscheidend.
„Zu behaupten, dass das nicht im Kopf stattfindet, wäre Blödsinn“, sagte der ehemalige Profi Thomas Hitzlsperger am Freitagabend bei Sky über die Krise von Gladbach. Sein Appell an Eugen Polanski lautete: „Ihr müsst versuchen, trotz der Serie positive Geschichten zu erzählen und den Spielern zu helfen, da herauszukommen.“
Der Trainer stellte die Frage nach der Mentalität und sprach offen über die mangelhafte Abwehrleistung seiner Mannschaft. „Wenn ich sehe, wie die Ecke zum 0:1 führt, darf das nicht passieren. Das ist inakzeptabel“, erklärte Polanski und wurde noch deutlicher.
Er betonte, dass man, wenn man wisse, wie Union spielt, nicht so leichtfertig die Duelle annehmen oder unklug in Zweikämpfe gehen dürfe, die viele Freistöße nach sich ziehen. Hitzlsperger pflichtete dem Trainer bei: „Bei den Eins-gegen-eins-Duellen vor den Gegentoren hat es gefehlt. Das kann man nicht einstudieren, das muss ein Spieler selbst begreifen und den Ball erobern wollen.“
Die Mannschaft weiß, was zu tun ist, schafft es jedoch derzeit nicht, dies umzusetzen. Die vielen Rückschläge setzen Borussia zu, und jedes Gegentor weckt den Gedanken: „Geht das jetzt schon wieder los?“ Zwar zeigte Gladbach an der Alten Försterei eine verbesserte Leistung, doch das Spiel konnte nicht gedreht werden.
„Es beschäftigt einen, wenn man so lange kein Spiel mehr gewonnen hat und nichts hat, woran man sich hochziehen kann“, äußerte Vizekapitän Rocco Reitz und appellierte verzweifelt: „Wenn wir jetzt den Kopf in den Sand stecken, bringt das nichts. Wir sind am Tabellenende, da muss eine andere Borussia her.“
Reitz stellte zudem fest, dass es momentan an der Initiative fehle, um in entscheidenden Momenten dazwischenzugehen. Wie soll der große Turnaround gelingen, wenn sich dieselben Muster alle zwei Wochen wiederholen? Dafür ist vor allem ein kühler Kopf erforderlich.
Polanski hat frische Energie in die Mannschaft gebracht und Fortschritte im Spiel mit dem Ball erzielt. Doch in der Defensive bleibt Gladbach anfällig. Sollte sich dies in den kommenden Spielen nicht ändern, könnte ein weiterer Trainerwechsel unausweichlich sein. Die Mannschaft muss an ihrer defensiven Stabilität arbeiten, um Sicherheit zu gewinnen, andernfalls wird die Saison wenig Positives bringen.