Borussia Mönchengladbach plant Wintertransfers
Borussia Mönchengladbach bereitet sich intensiv auf die bevorstehenden Wintertransfers vor. Steht Sportchef Rouven Schröder vor der Herausforderung, seine Pläne aufgrund einer schwierigen Situation anzupassen?
In der Bundesliga sind noch zwei Spieltage zu absolvieren, bevor die 18 Teams in die Winterpause gehen. Am kommenden Samstag (15:30 Uhr) steht für Borussia Mönchengladbach das Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg an, während der Jahresabschluss beim Borussia Dortmund (19. Dezember, 20:30 Uhr) stattfinden wird.
Der jüngste Aufwärtstrend – Gladbach hat vier der letzten fünf Bundesligaspiele gewonnen – gibt Sportchef Rouven Schröder etwas Luft zum Atmen. Die Trainerfrage wurde bereits im November geklärt, Eugen Polanski wird bis 2028 als Trainer fungieren. Im Hintergrund kann Schröder nun in Ruhe die Kaderplanung vorantreiben, nachdem er zu Beginn seiner Amtszeit erste Schritte unternommen hat.
Die Abwehr rückte schnell in den Fokus von Schröder. Ende Oktober äußerte er bei Sky90 den Wunsch, nach einem stabilisierenden Spieler Ausschau zu halten. Eine kreative Lösung in Form einer Leihe könnte ebenfalls in Betracht gezogen werden, insbesondere nach dem Ausscheiden im DFB-Pokal-Achtelfinale, was die Wahrscheinlichkeit dieses Szenarios erhöht hat.
Es ist möglich, dass der Sportchef weiterhin nach einem Innenverteidiger sucht. In der Dreierkette bilden Nico Elvedi, Kevin Diks und Philipp Sander ein verlässliches Trio, während Joe Scally sich als geeigneter Ersatz für Sander erwiesen hat. Die zweite Reihe ist jedoch dünn besetzt: Marvin Friedrich hat im Konkurrenzkampf das Nachsehen, und Fabio Chiarodia erlitt nach einem schwachen Saisonstart einen Muskelbündelriss.
Fast noch wichtiger als die Innenverteidigung ist jedoch die Position des Linksverteidigers. Luca Netz und Lukas Ullrich kämpfen auch in dieser Saison um den Stammplatz, wobei Netz in der direkten Konkurrenz deutlich aufgeholt hat. Das große Problem aus Sicht von Gladbach ist jedoch, dass Netz nur bis zum Saisonende unter Vertrag steht und ein ablösefreier Abgang droht.
Für die finanziell eingeschränkte Borussia wäre ein Transfer ohne Ablöse das Worst-Case-Szenario. Sollten die Gespräche über eine Vertragsverlängerung, die vor einigen Monaten im Raum standen, scheitern, könnte ein vorzeitiger Wintertransfer in Betracht gezogen werden. In diesem Fall wäre Schröder gefordert, einen Ersatz und direkten Konkurrenten für Ullrich zu verpflichten, der nach seinem Durchbruch im letzten Jahr schwächelt.
Wenn Polanski das 3-5-2-System beibehält, wäre es notwendig, bei einem Abgang von Netz eine Alternative mit ähnlichem Offensivdrang und Tempo zu finden. Die Schienenspieler spielen sowohl mit als auch ohne Ball eine wichtige Rolle, da sie die klassischen Flügelspieler in einem System mit Viererkette ersetzen. Darüber hinaus könnte Schröder nach einem erfahrenen Spieler Ausschau halten, an dem Ullrich weiter wachsen kann.
Je nach Entwicklung der Situation könnte die linke Abwehrseite höchste Priorität genießen, während die Innenverteidigung etwas zurücktritt. Welche Entscheidungen Schröder in den kommenden Wochen treffen wird, bleibt abzuwarten. Vielleicht hat auch Polanski noch die eine oder andere Idee im Hinterkopf. Beispielsweise muss der Trainer entscheiden, auf welcher Position Robin Hack nach seinem Comeback eingesetzt wird. Könnte er vielleicht sogar als Schienenspieler agieren?