Rouven Schröder kehrt als Manager zu Borussia Mönchengladbach zurück

Rouven Schröder kehrt als Manager zu Borussia Mönchengladbach zurück

Rouven Schröder ist in die Bundesliga zurückgekehrt. Als neuer Manager von Borussia Mönchengladbach hat er die Aufgabe, den Traditionsverein wieder nach oben zu führen. Was zeichnet Schröder aus?

Mönchengladbach – Im Sommer 2016 begann eine neue Ära beim FSV Mainz 05. Christian Heidel, das Gesicht des Klubs, wechselte zum FC Schalke 04. Sein Nachfolger, Rouven Schröder, war bis zu diesem Zeitpunkt hauptsächlich Brancheninsidern bekannt. Zuvor hatte er bereits Erfahrungen bei Greuther Fürth und Werder Bremen gesammelt und trat als Sportdirektor bei den Rheinhessen an.

Der ehemalige Profi, der 2001 acht Bundesligaspiele für den VfL Bochum bestritt, begann, die Transferphilosophie des Vereins schrittweise zu verändern. Er richtete seinen Blick zunehmend auf den französischen Markt und sicherte sich frühzeitig Talente. Der Transfer von Jean-Philippe Gbamin für fünf Millionen Euro war der erste Schritt; drei Jahre später wechselte er für 25 Millionen Euro zum FC Everton.

Auch Abdou Diallo kam für fünf Millionen Euro nach Mainz, bevor er nach nur einer Saison für 28 Millionen Euro zu Borussia Dortmund wechselte. Das gleiche Modell funktionierte bei Jean-Philippe Mateta (für acht Millionen Euro verpflichtet, für insgesamt 14,5 Millionen Euro zu Crystal Palace verkauft) und Moussa Niakhaté (für sechs Millionen Euro verpflichtet und für 13,8 Millionen Euro nach Nottingham verkauft).

Schröder hatte ein gutes Gespür für den Transfermarkt, jedoch stellte sich die Auswahl der Trainer als Herausforderung heraus. Während er mit Sandro Schwarz richtig lag, erwies sich Achim Beierlorzer als Fehlgriff. Dessen Nachfolger, Jan-Moritz Lichte, stieg vom Assistenztrainer zum Chefcoach auf, doch die Verantwortung war zu groß.

Kurz vor Weihnachten 2020 endete Schröders Amtszeit. Er trat vor dem Aus im DFB-Pokal gegen den VfL Bochum zurück. Ein Tag vor Weihnachten führten die Mainzer mit 2:0, verloren jedoch im Elfmeterschießen, was für viel Unmut sorgte. Matetas lustloser Auftritt, der heute für die französische Nationalmannschaft spielt, verstärkte die Kritik.

Rouven Schröder hatte frühzeitig das Potenzial eines Modells erkannt, das von Eintracht Frankfurt und RB Leipzig betrieben wurde: Spieler frühzeitig entdecken, für vergleichsweise wenig Geld kaufen und nach zwei oder drei Jahren für hohe Summen verkaufen. In Mainz war man jedoch an einen anderen Weg gewöhnt, den Heidel vorgezeichnet hatte, der nur ungern Spieler verkaufte.

Nach einer halbenjährigen Pause trat Schröder beim abgestiegenen Traditionsklub FC Schalke 04 seine neue Stelle an. „Glück auf“, begrüßte er die Presse. In seiner Transferstrategie zeigte er sich anpassungsfähig und tätigte clevere Leihgeschäfte (Ko Itakura, Rodrigo Zalazar, Thomas Ouwejan) sowie Verpflichtungen von erfahrenen Spielern wie Simon Terodde, Marius Bülter und Martin Fraisl.

Die Gelsenkirchener setzten sich in einer schwierigen 2. Liga gegen namhafte Konkurrenten wie Werder Bremen und den Hamburger SV durch und kehrten als Meister in die Bundesliga zurück. Allerdings geriet Schröder erneut in Schwierigkeiten, als sein Trainer Frank Kramer schnell entlassen wurde und viele der rund 20 Neuzugänge nicht die erhoffte Wirkung zeigten.

„Aus persönlichen Gründen“ verabschiedete er sich aus Gelsenkirchen zu einem ungünstigen Zeitpunkt für den Verein, der erneut abstieg. Nach Jahren in der ersten Reihe zog sich Schröder etwas zurück, trat jedoch am 1. April 2023 bei RB Leipzig als Sportdirektor an, wo er im Schatten von Max Eberl arbeitete.

Nachdem Eberl im Frühjahr 2024 zum FC Bayern München wechselte, folgte ihm Marcel Schäfer. Schröder, ein starker und kommunikativer Manager, verpasste in Leipzig den Sprung an die Spitze. Im Dezember des vergangenen Jahres wechselte er nach Salzburg, wo er Thomas Letsch als Trainer installierte und erneut fantasievolle Transfers tätigte.

„Wir haben das Ziel, jungen Spielern eine Bühne zu geben. Manchmal gibt es Spieler, die durchstarten und nicht mehr aufzuhalten sind“, erklärte er im Gespräch mit Absolut Fussball, dem Fußballportal von Home of Sports, vor der Reise zur Klub-Weltmeisterschaft in den USA. Anschließend erzielte er durch geschickte Verkäufe über 60 Millionen Euro.

Ab sofort ist Borussia Mönchengladbach die nächste Station des 49-Jährigen. Der Traditionsverein hat mit Schröder einen erfahrenen Macher verpflichtet. Er kennt das Geschäft in- und auswendig und hat bei verschiedenen Klubs wertvolle Erfahrungen gesammelt. Schröder hat alle Facetten der Bundesliga erlebt und lässt sich durch Rückschläge nicht aus der Bahn werfen.

Sein Verhalten in schwierigen Momenten hat ihn in der Vergangenheit ausgezeichnet. Schröder übernahm stets Verantwortung und unterstützte seine Trainer so lange wie möglich. In Mainz hatte er zudem ein Auge auf die Jugendarbeit, was sich in der Entwicklung von Spielern wie Ridle Baku und Leandro Barreiro zeigte, die ihre ersten Schritte in der Bundesliga machten.

Borussia Mönchengladbach hatte bereits zweimal versucht, ihn zu verpflichten. Beim dritten Anlauf fanden die beiden Parteien endlich zusammen. „Rouven Schröder bringt neben der nötigen Erfahrung auch die Kompetenzen und kommunikativen Fähigkeiten mit, die für diese anspruchsvolle Aufgabe erforderlich sind“, erklärte Geschäftsführer Stefan Stegemann. Das Gesamtpaket scheint zu passen. Wird es auch den gewünschten Erfolg für den Tabellen-Vorletzten bringen?

Die Aufgabe ist klar: Schröder muss die Stärken und Schwächen des Kaders analysieren. Das Wintertransferfenster rückt näher, und die Verstärkungen müssen sitzen, um einen Abstieg in die zweite Liga zu vermeiden – ein Szenario, das der Verein zum dritten Mal in seiner Geschichte verhindern möchte. Ab sofort liegt es auch in der Hand von Rouven Schröder, dieses worst-case-Szenario abzuwenden und eine neue Identität für den Verein zu schaffen.

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