Borussia Mönchengladbach: Trainerwechsel und Herausforderungen für Roland Virkus

Borussia Mönchengladbach: Trainerwechsel und Herausforderungen für Roland Virkus

Borussia Mönchengladbach setzt in dieser Saison auf einen neuen Impuls, insbesondere durch den Wechsel an der Trainerposition. Dies bringt auch Roland Virkus, den Sport-Geschäftsführer, ins Rampenlicht.

Die Entlassung von Cheftrainer Gerardo Seoane hat bei vielen Fans von Borussia Mönchengladbach für Erleichterung gesorgt. Der Schweizer hatte bereits in seiner ersten Saison an Kredit verloren und konnte diesen am Ende der letzten Spielzeit nicht zurückgewinnen. Virkus hingegen konnte die dramatische Unzufriedenheit der Anhänger nie nachvollziehen.

Auf der anderen Seite gibt es lautstarke Kritiker im Netz, die zunehmend an der Arbeit des Sport-Geschäftsführers zweifeln. Mit dem dritten Trainerwechsel während seiner Amtszeit wird der Druck auf Virkus weiter steigen, und es gibt nicht nur die Trainerfrage, die er beantworten muss. Der 58-Jährige steht vor mehreren Herausforderungen.

Ein zentrales Thema ist die grundsätzliche Ausrichtung der Profimannschaft unter seiner Leitung. Im Februar 2022 hatte Virkus den „Borussia-Weg“ ausgerufen – doch was bedeutet dieser eigentlich? Theoretisch ist eine Mannschaft geplant, die aus erfahrenen Spielern, Eigengewächsen und externen Talenten besteht. Doch wie sieht die Realität aus?

Zu den externen Talenten zählen die Linksverteidiger Luca Netz und Lukas Ullrich, die jedoch noch an Erfahrung mangeln. In der Innenverteidigung gibt es mit Fabio Chiarodia ein weiteres externes Talent an der Seite von Nico Elvedi, Marvin Friedrich und Kevin Diks, jedoch kein Eigengewächs. Rocco Reitz ist im Mittelfeld eine wichtige Identifikationsfigur, während die Flügelspieler Robin Hack und Franck Honorat keine Talente sind. Das gilt auch für Tim Kleindienst, Haris Tabaković und Shuto Machino im Sturm.

Mit Spielern wie Moritz Nicolas, Philipp Sander, Hack, Kleindienst und Tabaković präsentiert sich Gladbach als eine Mannschaft von Spätstartern. Zudem gibt es fragwürdige Transfers wie die von Tomáš Čvančara, Nathan Ngoumou, Julian Weigl und Jonas Omlin. Auch die Vertragsverlängerung von Florian Neuhaus wirft ein schlechtes Licht auf Virkus.

Auf spielerischer Ebene fehlt es an einer klaren Linie. Nach dem Pressingfußball unter Adi Hütter folgte das ballorientierte Spiel von Daniel Farke. Seoane sollte eine Mischung aus beiden Stilen liefern, doch in den häufigen Schwächephasen bot Gladbach eine Mischung aus defensivem und passivem Spiel mit langen Bällen zur Entlastung. Wenn das Team ins letzte Drittel gelangte, waren Flanken das primäre Mittel.

Auch in Bezug auf die sportlichen Ziele herrscht Unklarheit. Nach dem 14. Platz in der Saison 2023/24 wurde für die folgende Spielzeit ein einstelliger Tabellenplatz angestrebt. Dieses Ziel wurde als Zehnter nur knapp verfehlt, weshalb für 2025/26 keine konkreten Ziele formuliert wurden. Stattdessen soll die Mannschaft zunächst entwickelt werden, bevor man auf Ziele blickt.

Was bedeutet also der Borussia-Weg? Wie will Gladbach Fußball spielen? Welche Ziele setzt sich der Verein? All diese Fragen muss Virkus als Sport-Geschäftsführer beantworten. Da die Fohlen-Elf jedoch in jedem Jahr bei null beginnt, sind viele Fans im Unklaren. „Wir haben eine neue Achse gebildet, da braucht man auch ein wenig Zeit“, sagte Virkus am Dienstag und betonte: „Es gilt, junge Spieler zu entwickeln, und Fehler sind eingepreist. Ich bin überzeugt, dass diese Mannschaft eine Qualität hat, die es zu wecken gilt.“

Diese Aussage leitete zum nächsten entscheidenden Punkt über: die Trainerfrage. Die Trennung von Hütter war nachvollziehbar, da Ex-Sportdirektor Max Eberl dem Österreicher im Sommer 2021 einen Umbruch versprochen hatte, der jedoch ausblieb. Virkus fehlten später die Mittel für eine Neugestaltung des Kaders, weshalb mit Farke ein Trainer verpflichtet wurde, der besser zu ihm passen sollte.

Farke genoss bei den Fans keine große Beliebtheit, da er Borussia kleiner gemacht hat, als sie tatsächlich ist. Selbst nach Niederlagen wie dem 1:4 gegen den Absteiger Hertha BSC oder einem 0:4 gegen Mainz 05 fand der Coach warme Worte für seine Mannschaft, der er in den Trainingseinheiten wenig Leben einhauchte. Jonas Omlin sorgte in einem Streit mit Marcus Thuram für das nötige Feuer.

Auch mit Seoanes kühler Art konnten die Fans nie warm werden, und die konstanten fußballerischen Mängel führten schnell zu Unmut. Jetzt muss Virkus einen Trainer finden, der sowohl Fans als auch Spieler begeistert, der Energie weckt, Ambition ausstrahlt und sportliche Konstanz entwickelt. Schlägt dieser Schritt fehl, wird der Druck weiter steigen und die Fragen werden kritischer.

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