Borussia Mönchengladbach trennt sich von Gerardo Seoane
Borussia Mönchengladbach hat sich entschieden, die Zusammenarbeit mit Gerardo Seoane zu beenden. Eine Äußerung aus der offiziellen Mitteilung lässt auf eine negative Entwicklung schließen.
Mönchengladbach – Möglicherweise hatte Gerardo Seoane bereits eine Vorahnung, als er am Montagmorgen das Trainingsgelände von Borussia Mönchengladbach betrat. Zwar durfte der Schweizer das Spielersatztraining noch leiten, doch kurz darauf gab der Klub die sofortige Trennung bekannt. Dieser Schritt schien unvermeidlich.
Sport-Geschäftsführer Roland Virkus äußerte nach der 0:4-Niederlage gegen Werder Bremen am Sonntag, dass er derzeit nur einen Fehlstart in die neue Saison sehe. Dennoch war den Verantwortlichen bei Borussia bewusst, dass Seoane in zehn Spielen ohne Sieg geblieben war, was sich über die Saison hinweg zog. Zudem wartet die Mannschaft seit fünf Spielen auf einen Treffer und die geforderte defensive Stabilität ließ häufig zu wünschen übrig.
„Der Glaube an eine Wende mit Gerardo ist geschwunden“, wird Virkus in der offiziellen Mitteilung des Vereins zitiert. Vereinspräsident Rainer Bonhof machte zudem deutlich, dass Seoane zwar den Weg des Klubs mitgegangen sei und die Mannschaft stabilisiert habe, jedoch das Ende der vergangenen Saison und der Start in die neue Spielzeit nicht den Erwartungen entsprochen hätten.
Die Betonung der Unzufriedenheit über den Saisonabschluss, in dem Gladbach keines der letzten sieben Bundesligaspiele gewinnen konnte, wirft Fragen auf. Warum entschieden sich die Klub-Bosse trotzdem für eine dritte Saison mit Seoane, obwohl sie wussten, dass bei einer weiteren Krise keine andere Wahl bliebe, als mitten in der Saison zu handeln?
Nach einer schwachen Debütsaison 2023/24, in der Borussia mit 34 Punkten auf Platz 14 endete, war Seoane bereits angeschlagen. Angesichts des holprigen Starts in die folgende Spielzeit stand eine Ablösung nach dem DFB-Pokal-Aus gegen Eintracht Frankfurt im Oktober 2024 zur Debatte.
Obwohl Seoane die Fohlen-Elf zwischenzeitlich stabilisieren konnte, waren die Ergebnisse und Leistungen ab April dramatisch. Unter anderem gab es ein glückliches 1:1 gegen den FC St. Pauli, eine schwache Vorstellung gegen den SC Freiburg (1:2), eine 3:4-Niederlage gegen Holstein Kiel und ein 4:4-Unentschieden gegen 1899 Hoffenheim trotz einer zwischenzeitlichen 2:0-Führung. All dies deutete darauf hin, dass Seoane keine nachhaltigen Lösungen finden konnte.
Eine Trennung nach dem 34. Spieltag der Vorsaison wäre nachvollziehbar gewesen. Ein neuer Trainer hätte frischen Wind in die Mannschaft bringen und unbelastet in die Vorbereitung starten können. Nun liegt es an U23-Trainer Eugen Polanski, die kommenden Aufgaben zu meistern, während der Klub möglicherweise hinter den Kulissen nach einem neuen Coach sucht, der unter größerem Druck steht als noch im Sommer.