Borussia Mönchengladbach verbessert sich in der Bundesliga
Borussia Mönchengladbach hat sich erfolgreich aus der Abstiegszone der Bundesliga gearbeitet. Dieser Fortschritt basiert auf den Maßnahmen, die Roland Virkus während seiner Amtszeit ergriffen hat.
Der Saisonstart verlief für die Fohlen-Elf alles andere als erfreulich. Nach acht sieglosen Spielen zu Beginn der Bundesliga-Saison galt das Team frühzeitig als eines der Sorgenkinder. Wie es im Profi-Fußball üblich ist, führten diese Misserfolge zu personellen Konsequenzen: Ex-Trainer Gerardo Seoane und später auch Ex-Sportchef Roland Virkus mussten ihre Posten räumen.
Virkus war über drei Jahre im Amt, und seine Entscheidungen sorgten unter den Fans für geteilte Meinungen. Der frühere Nachwuchstrainer hatte nie das öffentliche Ansehen seines Vorgängers Max Eberl erreicht und wurde durch die Trainerwechsel von Adi Hütter zu Daniel Farke und schließlich zu Seoane angreifbar. Auch in Bezug auf die Kommunikation stießen einige Anhänger an Virkus auf Kritik.
Bei den Spielertransfers musste sich der Ex-Sportchef ebenfalls einige Fehler ankreiden lassen. Der Transfer von Tomáš Čvančara für 10,5 Millionen Euro stellte sich als Missverständnis heraus, während Julian Weigl nicht die erhoffte Führungsrolle einnehmen konnte. Zudem konnten Kevin Stöger und Shuto Machino in der aktuellen Saison ihr Potenzial bisher nicht ausschöpfen. Im vergangenen Sommer bewies Virkus jedoch dreimal ein gutes Gespür für Transfers.
Die Entscheidung, Čvančara an Antalyaspor zu verleihen und im Gegenzug Haris Tabaković von 1899 Hoffenheim zu verpflichten, erwies sich als klug. Der Stürmer hatte einen schwierigen Start, fand jedoch unter Eugen Polanski zunehmend zu seiner Form und erzielte in 15 Einsätzen neun Pflichtspieltore für Gladbach. Zum Vergleich: Für Hoffenheim traf Tabaković in 29 Partien nur viermal.
Tabaković hinterlässt sowohl sportlich als auch charakterlich einen positiven Eindruck. Sobald Tim Kleindienst im Laufe der Rückrunde wieder vollständig fit ist, hat Gladbach eine wertvolle Option auf der Bank oder sogar eine doppelte Angriffsoption auf dem Feld. In der Defensive haben sich zudem zwei weitere Neuzugänge bemerkenswert entwickelt.
Einer dieser Neuzugänge, Jens Castrop, wurde zunächst skeptisch betrachtet, da Gladbach bereits in der vergangenen Saison im zentralen Mittelfeld gut besetzt war. Doch die Vielseitigkeit des südkoreanischen Nationalspielers stellte sich als Schlüssel zum Erfolg heraus. Castrop kann im zentralen Mittelfeld, auf der rechten Abwehrseite und sogar auf der Zehner-Position eingesetzt werden. Aktuell spielt der 22-Jährige als rechter Schienenspieler, da Philipp Sander aufgrund eines Muskelfaserrisses ausfällt. Mit 616 Bundesliga-Minuten belegt er den elften Platz im vereinsinternen Ranking.
Ein weiterer Leihspieler, Yannik Engelhardt, hat sich zu einem Schlüsselspieler entwickelt. Der 24-Jährige wechselte kurz vor Transferschluss von Como zu Borussia und ermöglichte Julian Weigl den Wechsel nach Saudi-Arabien. Engelhardt spielt eine entscheidende Rolle im defensiven Spiel und scheut sich nicht, für jedes Meter zu kämpfen. In der Statistik der gewonnenen Zweikämpfe belegt er den vierten Platz im Team, während er in Bezug auf Laufleistung den fünften Rang einnimmt. Zudem zählt er zu den Spielern mit den viertmeisten intensiven Läufen und hat die dritthöchste Passquote.
In der Rückschau erweisen sich Tabaković, Castrop und Engelhardt als wertvolle Ergänzungen für den Kader. Mit Blick auf den Sommer 2026 steht Virkus' Nachfolger Rouven Schröder vor der Herausforderung, Lösungen für die Zukunft zu finden, da weder Tabaković noch Engelhardt mit einer Kaufoption verpflichtet wurden. Eine mögliche Weiterverpflichtung würde Verhandlungen erfordern, die jedoch erst im neuen Jahr beginnen dürften.