BVB verpasst Tabellenplatz zwei nach Unentschieden in Freiburg
Der BVB hat in Freiburg erneut Punkte nach einer Führung liegen gelassen. Ein Platzverweis und ein herausragendes Tor, das Niko Kovač als vermeidbar ansieht, trugen dazu bei.
Freiburg – Borussia Dortmund verpasste am Sonntag mit einem 1:1-Unentschieden beim SC Freiburg den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz der Bundesliga. Der Platzverweis für Jobe Bellingham nach einem Fehler von BVB-Keeper Gregor Kobel führte zu einer langen Unterzahl, wodurch die Schwarzgelben mit dem Remis zufrieden sein mussten – vor allem, da es der Mannschaft von Trainer Niko Kovač nicht gelang, für Entlastung zu sorgen.
Stattdessen konzentrierte sich der BVB ausschließlich auf die Abwehrarbeit, die sie jedoch gewissenhaft erledigten. Freiburg wurde zunächst vor allem aus der Distanz gefährlich, und Kobel konnte seinen Fehler mit zwei starken Paraden teilweise wettmachen. Beim Gegentor durch Lucas Höler war der Schweizer jedoch machtlos und bezeichnete es später als "Wahnsinnstor". Diese Szene ärgerte Kovač dennoch erheblich.
Nach einem Anspiel von Christian Günter legte sich Höler den Ball mit dem ersten Kontakt in die Luft und jagte ihn dann per Direktabnahme ins lange Eck. Ein Kandidat für das Tor des Monats, ohne Frage. Aus Kovačs Sicht hätte dies jedoch mit mehr Cleverness vermieden werden können, indem die Spieler mutiger in die Zweikämpfe gingen.
„Beim Gegentor muss ich mit dem Kopf hin. Wenn er mir den Schädel wegdonnert, gibt es Freistoß. Vielleicht scheppert es, wenn nicht, gibt es indirekten Freistoß“, erklärte der Chefcoach beim Streamingdienst DAZN. Emre Can, der als nächster Gegenspieler nicht nah genug an Höler dran war, musste sich angesprochen fühlen.
„Das Tor macht er einmal im Leben und trifft ihn nie wieder so. Mich ärgert trotzdem, dass er das Ding so reinmacht und dadurch spielen wir Unentschieden“, reagierte der BVB-Kapitän am Mikrofon. Es bleibt abzuwarten, ob er sich die Kritik von Kovač zu Herzen nehmen wird und beim nächsten Mal bereit ist, seine eigene Gesundheit zu riskieren.
Der BVB-Trainer relativierte jedoch selbst: „Im Nachhinein bin ich der Schlauste und Klügste, das ist zu einfach.“ Ähnlich hatte er sich nach dem Aus von Dortmund im DFB-Pokal gegen kritische Fragen zu Personalentscheidungen gewehrt. „Nach der Schlacht ist jeder General“, zitierte Kovač ein kroatisches Sprichwort.