Christian Lell spricht über seine Kindheit und Uli Hoeneß' Unterstützung

Christian Lell spricht über seine Kindheit und Uli Hoeneß' Unterstützung

München – Christian Lell, einst ein vielversprechender Fußballprofi beim FC Bayern München, war nicht nur durch seine sportlichen Leistungen bekannt. Immer wieder sorgte er durch Skandale, wie Prügeleien und den Umgang mit Alkohol und Drogen, für Schlagzeilen. In einem offenen Interview spricht der 41-Jährige nun über seine schwierige Kindheit und deren Auswirkungen auf sein späteres Leben.

Lell wuchs in einem konfliktbelasteten Elternhaus auf, das von Gewalt und Alkohol geprägt war. Der Fußball bot ihm einen Ausweg, den er als „sicheren Hafen“ bezeichnet, wie er im Interview mit der BILD erklärt. Doch nicht alle inneren Wunden konnten durch den Sport geheilt werden. In seinem Gespräch reflektiert Lell offen über seine Depression, eine „lebensmüde Phase“ und wie er durch professionelle Hilfe, Selbstreflexion und Yoga zu einem neuen Leben fand.

Besonders bewegend ist Lells Schilderung der Unterstützung durch Uli Hoeneß. Als junger Spieler bei Bayern München hatte Lell ein prägendes Gespräch mit dem damaligen Manager. „Als ich mit 15 oder 16 über einen Vertrag sprach und das Büro verließ, holte er mich zurück“, erinnert sich Lell.

Hoeneß war sich Lells Geschichte bewusst und bat ihn um seine Kontonummer: „Gibst du mir mal bitte die Kontonummer deiner Mutter. Stephan Beckenbauer, dein damaliger Trainer, hat mir erzählt, was in deiner Kindheit passiert ist und dass du es nicht einfach hattest. Weil du ohne Berater hierhergekommen bist, möchte ich deiner Mutter etwas überweisen“, so Lell.

Diese Geste von Hoeneß zeigt nicht nur seine Menschlichkeit, sondern auch sein Verständnis für die schwierigen Umstände, aus denen Lell kam. Trotz der Skandale, die seine Karriere überschatteten, bleibt Lell dankbar für die Unterstützung, die ihm Hoeneß in jungen Jahren bot. Er betrachtet diese Erfahrung heute als Teil seines Weges, der ihm half, sich in ein neues Leben weiterzuentwickeln.

Obwohl Lell durch seine Eskapaden eine mögliche Nominierung für die Nationalmannschaft verpasste, blickt er ohne Reue auf seine Vergangenheit zurück. „Mit dem heutigen Wissen und Bewusstsein nehme ich die damalige Zeit als Teil dieser Reise wahr“, erklärt er und fügt hinzu: „Ich bin heute dankbar, dass ich diese Grenzerfahrung machen durfte, um den Schritt zu mir selbst gefunden zu haben.“

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