Derrick Köhn spricht über gescheiterte Rückkehr zu Werder Bremen
Als Derrick Köhn vor einigen Wochen im Trikot von Union Berlin gegen seinen ehemaligen Club Werder Bremen ein Tor erzielte, feierte er seinen Treffer ausgiebig. Nun hat er erklärt, warum ihm dieser Moment so viel bedeutete.
In der vergangenen Saison kam Derrick Köhn insgesamt 27 Mal für den SV Werder Bremen in der Bundesliga zum Einsatz, bevor er nach seiner Leihe zu seinem Stammverein Galatasaray Istanbul zurückkehrte. Der 27-Jährige, der sich bei den Norddeutschen sehr wohlfühlte, hätte gerne länger an der Weser gespielt. „Ich wollte auf jeden Fall weitermachen“, sagte Köhn im „Stammplatz“-Podcast der „Bild“. Die Gespräche mit den Verantwortlichen seien positiv verlaufen, und auch er selbst habe an eine Fortsetzung geglaubt. Letztlich scheiterte der Wechsel jedoch an den finanziellen Forderungen von Galatasaray. Werder war nicht bereit, die geforderte Ablösesumme zu zahlen, was Köhn nicht nachvollziehen konnte.
„Das hat mir schon wehgetan, weil ich gehofft hatte, dass Werder mich behält“, gestand der ghanaische Nationalspieler. Besonders zermürbend war die lange Wartezeit auf eine Entscheidung. Während seines Urlaubs habe er sich regelmäßig mit seinem Berater Ersin Akan (EMG Mundial) und Werder Bremens Sportchef Clemens Fritz über den Stand der Verhandlungen ausgetauscht. Dass es am Ende nicht geklappt hat, habe ihn „mitgenommen und enttäuscht“.
Statt fest zu Werder Bremen zu wechseln, entschied sich Derrick Köhn im vergangenen Sommer für einen Wechsel zum 1. FC Union Berlin, der sich die Dienste des gebürtigen Hamburgers für rund vier Millionen Euro sicherte. Werder hatte zuvor zwei niedrigere Angebote von Galatasaray erhalten, die abgelehnt wurden, und verpflichtete schließlich die Linksverteidiger Maximilian Wöber und Isaac Schmidt von Leeds United auf Leihbasis. Köhns emotionale Bindung an Werder zeigte sich auch im direkten Aufeinandertreffen mit seinem ehemaligen Club Anfang März im Stadion an der Alten Försterei. Seinen 1:0-Führungstreffer vom Elfmeterpunkt feierte er mit einem provokanten Tanz an der Eckfahne. „Weil mir Werder wirklich wehgetan hat, wollte ich meinem Jubel freien Lauf lassen“, gestand der ehemalige HSV-Spieler. „Wir hatten kein gutes Ende, aber ich habe wirklich nichts gegen den Verein; Werder ist immer noch in meinem Herzen“, bekräftigte er. Köhn ist überzeugt, dass der SVW die Klasse halten wird: „Ich möchte, dass Werder in der Liga bleibt, weil das kein Zweitligaverein ist. Da ist viel zu viel Qualität. Ich kenne die Jungs ja auch persönlich, deshalb glaube ich, dass sie es schaffen werden.“
Am Samstag (15:30 Uhr/DeichStube-Liveticker) traut der Flügelspieler seinen früheren Teamkollegen im Heimspiel gegen Leipzig sogar eine Überraschung zu. „RB ist zu Hause noch einen Tick stärker als auswärts. Wir mit Union haben gegen RB auch zu Hause gewonnen. Wenn ich die Spiele in deren Stadion sehe, da ist irgendwie eine andere Energie. Deshalb glaube ich, dass Werder ein Unentschieden oder einen knappen Sieg schaffen kann.“