Die Doku über die WM 1994: "Elf Helden – Ein Albtraum"

Die Doku über die WM 1994: "Elf Helden – Ein Albtraum"

Die deutsche Nationalmannschaft hinterließ bei der WM 1994 einen schwachen Eindruck, was vor allem Bundestrainer Berti Vogts in die Kritik brachte.

Chicago – Update vom 2. Juni, 7:40 Uhr: Die vierteilige Dokumentation „Elf Helden – Ein Albtraum“ ist nun in der Mediathek verfügbar. Hier können die vier Folgen angesehen werden.

Erstmeldung vom 29. Mai: „Böörti, Böörti Vogts“ – ein Ohrwurm, der sich tief ins Gedächtnis der deutschen Fußball-Fans eingeprägt hat. Geschrieben und produziert 1994 von Stefan Raab, wurde dies zum Leidwesen von Berti Vogts, der bereits heftiger Kritik von der Boulevardpresse ausgesetzt war. Der Spott des damaligen VIVA-Entertainers verstärkte die Angriffe auf den Trainer und bot seinen Kritikern zusätzliches Futter.

In der vierteiligen Doku „Elf Helden – Ein Albtraum“ wird deutlich, wie sehr die anhaltende Missstimmung Vogts belastete. Ex-Nationalspieler Maurizio Gaudino berichtet: „Man hat in gewissen Situationen eine gewisse Unsicherheit gespürt.“ Teamkollege Thomas Strunz geht sogar noch weiter in seiner Schilderung.

„Alle haben nur darauf gewartet, was bei der nächsten Besprechung passieren würde: ‚Was wird der Trainer dieses Mal für einen Fauxpas begehen?‘ In solch einer Situation bist du als Trainer im Grunde genommen verloren.“ Tatsächlich lieferte Berti Vogts, der die DFB-Auswahl 1992 bis ins EM-Finale geführt hatte, gelegentlich solche Steilvorlagen.

Strunz erzählt schmunzelnd: „Vor einem Spiel hat er nur zehn Spieler aufgeschrieben. Da mussten wir ihn daran erinnern, dass wir zu elft spielen.“ In geselliger Runde teilte der Ex-Bayern-Profi eine weitere Anekdote: „Einmal sagte er, dass ein Spieler die Ecke schießen sollte. Der Spieler antwortete dann: ‚Trainer, ich spiele gar nicht.‘“

Für Thomas Strunz ist dies ein Teil des Scheiterns bei der WM 1994: „Solche Dinge haben sich verselbstständigt und dazu geführt, dass es keine Ernsthaftigkeit mehr gab.“ Vogts stand kurz vor dem Aus als Bundestrainer, hielt jedoch durch – wie schon in seiner schwierigen Kindheit, was ihm letztendlich großen Erfolg brachte.

Bekanntlich durfte zwei Jahre später der EM-Titel gefeiert werden, mit Vogts an der Seitenlinie, jedoch einem völlig neuen Team. Alle Details und weitere spannende Anekdoten sind in der vierteiligen Doku „Elf Helden – Ein Albtraum“ zu sehen, die ab dem 2. Juni in der ARD-Mediathek verfügbar ist. Am 14. Juni wird sie zudem als 90-minütiger Film im Free-TV auf ARD ausgestrahlt, direkt nach dem WM-Auftaktspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Curaçao.

Topics

Related news