Florian Neuhaus: Vom Abgeschriebenen zum Schlüsselspieler bei Borussia Mönchengladbach
Florian Neuhaus wurde bei Borussia Mönchengladbach lange Zeit als abgeschrieben betrachtet, doch nun hat sich der Mittelfeldspieler zu einem wichtigen Faktor im Team entwickelt.
Nach der Pressekonferenz am Freitag durfte Neuhaus berechtigte Hoffnungen hegen, im Bundesliga-Heimspiel gegen den SC Freiburg (0:0) in der Startelf zu stehen. Als der Aufstellungsbogen im Gladbacher Presseraum verteilt wurde, bestätigte sich schnell, dass Trainer Eugen Polanski seinen Worten Taten folgen ließ.
Polanski entschied sich für frische Impulse im offensiven Mittelfeld und brachte Neuhaus anstelle von Kevin Stöger, der zuvor gegen Bayer Leverkusen (1:1) und Eintracht Frankfurt (4:6) neben Jens Castrop gespielt hatte. Der Trainer weiß genau, was er von Neuhaus erwarten kann, da dieser im Sommer vier Wochen bei der U23-Mannschaft verbringen musste, was sich nun als Vorteil herausstellt.
Neuhaus zählt zu den Gewinnern der jüngsten Veränderungen im Verein und könnte sogar der größte sein. Nach dem dritten Spieltag trennte sich der Klub von Ex-Trainer Gerardo Seoane, unter dessen Leitung Neuhaus in 50 Einsätzen nur 1.879 Spielminuten sammelte. Nach dem fünften Spieltag trat Sport-Geschäftsführer Roland Virkus zurück, nachdem er im umstrittenen Mallorca-Video als „schlechtester Manager der Welt“ bezeichnet wurde.
Obwohl Neuhaus in den ersten beiden Spielen unter Polanski auf der Bank begann, war sein Einsatz in der Startelf gegen Freiburg ein deutliches Zeichen. Der 28-Jährige erhielt auch die Unterstützung der Fans, die ihm sowohl beim Verlesen der Startaufstellung als auch bei seiner Auswechslung in der 81. Minute lautstark applaudierten.
Neuhaus war einer der wenigen Aktivposten in der Gladbacher Offensive. Er initiierte zahlreiche Aktionen und erzielte die meisten Torschüsse für die Fohlen-Elf, obwohl keiner seiner drei Versuche für Freiburgs Torwart Noah Atubolu eine Gefahr darstellte. Dennoch zeigte er sich klarer in seinem Spiel als sein Konkurrent Stöger.
In der Mixed Zone wollte Neuhaus keine Interviews geben. „Beim nächsten Mal“, versprach er, werde er sich den Fragen der Journalisten stellen. Ob dies geschehen wird, bleibt abzuwarten. Polanski äußerte sich jedoch auf der Pressekonferenz über seinen Schützling und zeigte sich verwundert über die vielen Diskussionen.
„Ihr hebt das Thema Florian Neuhaus ein wenig höher, als es letztlich ist“, sagte Polanski und betonte: „Flo ist ein Kaderspieler von uns, der eine enorme Qualität hat. In letzter Zeit hat er weniger Spielzeit bekommen, aber jetzt erhält er wieder mehr. Das muss er sich jedoch hart erarbeiten.“
Mit seiner Leistung gegen Frankfurt hat Neuhaus Argumente für einen Platz in der Startelf gesammelt, auch im Training macht er auf sich aufmerksam. „Man sieht, dass er unbedingt will und die Qualität hat, der Mannschaft etwas geben zu können“, sagte Polanski. Die Chance auf eine Wende in Neuhaus' Karriere ist jetzt gegeben, nachdem im Sommer die Frage aufkam, warum er keinen Abschied aus Gladbach anstrebt.