Neuer Sportchef für Borussia Mönchengladbach nach turbulenter Woche
Nach einer turbulenten Woche steht Borussia Mönchengladbach im Mittelpunkt der Diskussionen, insbesondere nach dem 0:0-Unentschieden gegen den SC Freiburg.
Während des Bundesliga-Heimspiels gegen Freiburg verabschiedeten die Fans von Borussia Mönchengladbach Roland Virkus mit einem Banner, das die Worte „Danke für 35 Jahre Borussia Mönchengladbach, Roland“ trug, und ehrten damit seine Verdienste am Niederrhein.
Gleichzeitig hatten dieselben Fans bei der 4:6-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt ihren Unmut über die Entwicklung der Mannschaft unter dem ehemaligen Nachwuchstrainer und Sport-Geschäftsführer mit „Virkus raus“-Rufen zum Ausdruck gebracht. Diese kritischen Stimmen könnten entscheidend zur Entscheidung über seinen Rücktritt beigetragen haben.
Obwohl die Situation angespannt war, dürfte Virkus das Banner mit Dankbarkeit wahrgenommen haben. Mit seinem Rücktritt beginnt in Gladbach eine neue Ära, die vor ähnlichen Herausforderungen steht wie zu seinem Amtsantritt im Februar 2022. Borussia Mönchengladbach ist seit 13 Spielen sieglos und belegt den 17. Tabellenplatz, während der neue Sportchef zahlreiche Aufgaben zu bewältigen hat, darunter auch die Trainerfrage.
Der zukünftige Sportchef wird auf einen Klub treffen, der Ruhe ausstrahlt, nachdem in den vergangenen Wochen Unruhe herrschte. Dennoch bleibt die Mannschaft in einer schwierigen Situation, die sich auch auf ihre Leistungen auswirkt.
„Es war hektisch, muss ich sagen“, blickte Vize-Kapitän Rocco Reitz auf die vergangene Woche im Borussia-Park zurück. Der Rücktritt von Virkus habe ihn „aus dem Blauen heraus“ überrascht und ein Gefühl der Mitschuld ausgelöst. „Ich kenne Roland sehr lange. Es ist nie gut, wenn sowohl der Trainer als auch der Sportdirektor gehen; als Spieler hat man daran auch seine Anteile.“
Trainer Eugen Polanski äußerte sich auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Freiburg ähnlich überrascht: „Ich hatte das überhaupt nicht auf dem Schirm und habe damit gar nicht gerechnet, da es für mich keine Anzeichen gab. Ich war in dem Moment auch kurz sprachlos, weil mich das unvorbereitet getroffen hat.“
Virkus könnte Borussia Mönchengladbach jedoch mit einem passenden Trainer zurücklassen. Gegen Freiburg bewies Polanski zum zweiten Mal, dass er der Mannschaft einen effektiven Matchplan an die Hand geben kann und sie mental gut auf ein Bundesligaspiel einstellen kann. Aus einer zuvor wackeligen Abwehr entstand ein kompakter Block, auch wenn das Offensivspiel darunter litt.
Wenn alle Spieler in naher Zukunft zur Verfügung stehen, könnte das Ruder herumgerissen werden – die Qualität ist vorhanden, wird jedoch durch Verletzungen beeinträchtigt. Sollte der Nachfolger von Virkus, ähnlich wie Freiburgs Trainer Julian Schuster, denken, könnte Polanski bald mit Tim Kleindienst, Robin Hack und Franck Honorat arbeiten. Momentan bewegen sich Spieler und Trainer jedoch noch im Konjunktiv.