Hamburger SV gewinnt Nordderby gegen Werder Bremen mit 3:2

Hamburger SV gewinnt Nordderby gegen Werder Bremen mit 3:2

Ein spätes Tor von Yussuf Poulsen entschied ein packendes Nordderby und sicherte dem Hamburger SV den 3:2-Sieg.

Hamburg – Im 109. Aufeinandertreffen zwischen dem Hamburger SV und dem SV Werder Bremen in der Bundesliga, das letzte Duell im Oberhaus liegt bereits fast acht Jahre zurück, trafen die beiden Teams im ausverkauften Volksparkstadion aufeinander. Der HSV ging als Tabellen-13. in die Partie, während Bremen auf dem 11. Platz rangierte. HSV-Trainer Merlin Polzin nahm im Vergleich zum Pokalaus gegen Holstein Kiel sechs Änderungen vor, während Horst Steffen die gleiche Elf aufstellte, die eine Woche zuvor einen Punkt gegen den 1. FC Köln geholt hatte.

Bereits nach drei Minuten meldete sich Bremen offensiv zu Wort, doch der Fernschuss von Jens Stage verfehlte das Ziel knapp. Auch der HSV suchte sofort den Weg nach vorne, und Jean-Luc Dompé hatte in der 6. Minute den ersten Abschluss. Die Rothosen kamen immer wieder in aussichtsreiche Positionen und hätten in der 22. Minute in Führung gehen müssen. Nach einer Flanke von Dompé kam Rayan Philippe völlig frei zum Kopfball, traf den Ball jedoch nicht richtig.

Im intensiven Derby waren die Hausherren die aktivere Mannschaft und verzeichneten ein Chancenplus. In der 39. Minute verhinderte Mio Backhaus das 1:0 für den HSV mit einer starken Parade gegen Albert Sambi Lokonga. Kurz vor der Halbzeit stellte Jens Stage den Spielverlauf jedoch auf den Kopf.

Nicolas Capaldo verlor auf der rechten Seite den Ball gegen Romano Schmid, der Stage auf die Reise schickte. Der Däne legte sich den Ball zurecht und brachte Werder mit einem präzisen Schuss aus 18 Metern in Führung (45+1.).

Nach der Halbzeitpause mussten sich die Spieler zunächst in Geduld üben, da dichte Rauchschwaden durch den massiven Einsatz von Pyrotechnik den Anstoß zum zweiten Durchgang um zwölf Minuten verzögerten. Als das Spiel schließlich fortgesetzt wurde, hinterließ der HSV trotz des Rückstands den zielstrebigeren Eindruck.

Philippe verpasste es, Dompé bei einem Konter frei auf das Tor zu schicken, und kurz darauf verhinderte Backhaus den Ausgleich gegen Bakery Jatta (54.). Auch HSV-Torhüter Daniel Heuer Fernandes war gefordert, als Senne Lynens Dropkick aus der zweiten Reihe perfekt im Winkel eingeschlagen wäre, hätte der Keeper nicht glänzend reagiert (58.). Bei der folgenden Ecke verpasste Cameron Puertas das Tor nur knapp.

Der Tor-Knoten platzte schließlich in der 63. Minute. Nach einer Flanke von Miro Muheim konnte die Werder-Defensive den Ball nicht entscheidend klären, und Lokonga nutzte die Gelegenheit, um den Ball fein zurechtzulegen und Backhaus mit einem Schuss ins Netz zu überwinden.

Nach dem Ausgleich nahm die ohnehin intensive Partie noch mehr Fahrt auf. Der HSV wollte das Spiel komplett auf seine Seite ziehen und tat dies mit Stil. Fabio Vieira servierte einen Freistoß für Luka Vuskovic, der den Ball mit einer volley abgegebenen Hacke ins Netz beförderte (75.). Ein Traumtor des jungen Kroaten!

Die Freude währte jedoch nur kurz. Bremen antwortete postwendend durch den eingewechselten Justin Njinmah, der nach einer Vorlage von Schmid stark ins rechte untere Eck abschloss (78.). Doch das spannende Nordderby hielt noch eine weitere Wendung bereit. Muheim lief mit dem Ball über das halbe Feld und setzte im richtigen Moment den gerade eingewechselten Yussuf Poulsen in Szene, der überlegt flach ins Eck einschob und so den HSV mit seinem ersten Tor zum Derbysieg schoss (84.).

Werder versuchte alles, um erneut zu antworten, doch auf dem Platz kochten die Emotionen hoch. Die Gastgeber ließen sich den prestigeträchtigen Sieg nicht mehr nehmen und dürfen sich erstmals seit 2016 wieder Derbysieger in der Bundesliga nennen.

Aufstellungen:

Hamburger SV: Heuer Fernandes – Capaldo, L. Vuskovic, Torunarigha – Jatta (82. Gocholeishvili), Lokonga, Remberg, Soumahoro (59. Soumahoro) – Fabio Vieira (82. Poulsen), Philippe (59. Königsdörffer), Dompé (90+2. Baldé)

SV Werder Bremen: Backhaus – Sugawara, Pieper, Coulibaly, Friedl – Lynen, Stage, Puertas (79. Boniface), Schmid, Grüll (87. Mbangula) – Topp (68. Njinmah)

Tore: 0:1 Stage (45+1.), 1:1 Lokonga (63.), 2:1 Vuskovic (75.), 2:2 Njinmah (78.), 3:2 Poulsen (84.).

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