Herausforderungen für den neuen Sportchef von Borussia Mönchengladbach

Herausforderungen für den neuen Sportchef von Borussia Mönchengladbach

Der zukünftige Sportchef von Borussia Mönchengladbach sieht sich nicht nur kurzfristig mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Langfristig müssen auch 17 Verträge besprochen werden.

Mönchengladbach – In den Jahren 2022 und 2023 musste Borussia Mönchengladbach mehrere schmerzhafte Abgänge hinnehmen. Matthias Ginter, Marcus Thuram und Ramy Bensebaini verließen den Verein ablösefrei, was zu erheblichen finanziellen Verlusten führte. Ex-Sportchef Roland Virkus hatte es sich daher zum Ziel gesetzt, solche Abgänge in Zukunft zu vermeiden.

Erfolgreich war dies bei Jonas Hofmann und Ko Itakura, die zusammen für etwas mehr als 20 Millionen Euro zu Bayer Leverkusen beziehungsweise Ajax Amsterdam wechselten. Manu Koné brachte Gladbach sogar 18 Millionen Euro ein, als er 2024 zur AS Rom wechselte. Der Nachfolger von Virkus, Rouven Schröder, steht jedoch vor einer Mammutaufgabe in Bezug auf die Transferperioden 2026 und 2027.

Aktuell laufen 17 Spielerverträge bis zum 30. Juni 2027 aus. Dazu gehören Tobias Sippel, Marvin Friedrich, Luca Netz und Oscar Fraulo sowie die beiden Leihspieler Yannik Engelhardt und Haris Tabaković, deren Verträge bis Sommer 2026 gelten. Die Ausgangslage für dieses Sextett ist unterschiedlich.

Sippel wird in dieser Saison an eine Rolle im Torwarttrainer-Team herangeführt und dürfte seine aktive Karriere beenden. Bei Friedrich wäre ein Verbleib überraschend, da er in Gladbach keine Spielpraxis sammelt. Gespräche über eine Vertragsverlängerung mit Netz haben stattgefunden, jedoch bleibt unklar, wie der neue Sportchef mit ihm verfahren wird. Fraulo hat im Mittelfeld keine Perspektive.

Tabaković und Engelhardt wurden ohne Kaufoption ausgeliehen. Bei Engelhardt hoffte Virkus, aufgrund der Vertragslaufzeit in Como bis 2027 eine geringere Ablösesumme aushandeln zu können. In beiden Fällen muss entschieden werden, ob eine Festverpflichtung sportlich und finanziell sinnvoll ist. Der Druck ist jedoch geringer als bei den Spielern, deren Verträge in das letzte Jahr gehen.

Im Hinblick auf das nächste Jahr stehen zudem elf Vertragsangelegenheiten an. Spieler wie Kevin Stöger, Nico Elvedi, Jonas Omlin, Florian Neuhaus, Joe Scally, Grant-Leon Ranos, Nathan Ngoumou, Fabio Chiarodia, Lukas Ullrich, Niklas Swider und Wael Mohya sind bis zum Ende der Saison 2026/27 an Borussia gebunden. Um nicht mit allen ins letzte Vertragsjahr zu gehen, muss der neue Sportchef viele Fragen klären.

Stöger sucht neue Herausforderungen und ist in Gladbach kein unumstrittener Stammspieler. Wird er im Herbst seiner Karriere ein neues Abenteuer wagen? Bleibt Elvedi trotz zwischenzeitlicher Wechselgedanken ein ewiger Borusse? Auch die Entwicklung von Neuhaus nach der Freistellung von Gerardo Seoane bleibt abzuwarten.

Torhüter Omlin könnte andernorts auf mehr Spielpraxis hoffen. Scally stagniert seit einiger Zeit, könnte jedoch auf den nächsten Karriereschritt setzen. Bei Ranos und Chiarodia stellt sich die Frage, welches Entwicklungspotenzial beiden zugetraut wird. Ngoumou hat seit 2022 nicht über die Backup-Rolle hinausgekommen und könnte ebenfalls nach einer neuen Herausforderung suchen.

Swider und Mohya sind zwei vielversprechende Talente für die Zukunft, während es mit Ullrich trotz Vertragsgesprächen noch zu keiner Einigung gekommen ist. Ob sich beide Seiten nach dem Rücktritt von Virkus annähern werden, bleibt abzuwarten. Der Youngster konzentriert sich derzeit darauf, an seine Form aus der Vorsaison anzuknüpfen.

Die kommenden Monate versprechen arbeitsreich zu werden für Borussia. Kurzfristig gilt es, sich in der Bundesliga zu stabilisieren und die Trainerfrage zu klären. Im Winter könnten Anpassungen im Kader vorgenommen werden, während gleichzeitig zahlreiche Vertragsgespräche mit den bestehenden Spielern geführt werden müssen. Das Gesicht der Mannschaft könnte sich in diesem Zusammenhang erneut stark verändern.

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