Herausforderungen für den neuen Trainer von Borussia Mönchengladbach

Herausforderungen für den neuen Trainer von Borussia Mönchengladbach

Mönchengladbach – Energie ist eine Eigenschaft, die Roland Virkus in Bezug auf Eugen Polanski, den Interimstrainer von Borussia Mönchengladbach, besonders hervorgehoben hat. Während der Trainingseinheit am Mittwochmorgen zeigte Polanski, dass er diese Energie auch umsetzen kann. Im Vergleich zu Gerardo Seoane kommuniziert er lauter und energischer, motiviert die Spieler und gibt klares Feedback.

Es ist offensichtlich, dass Polanski bereits Respekt bei den Spielern genießt. Er fordert Prinzipien ein und benennt seine Erwartungen klar, was eine solide Grundlage bildet, um die Fohlen-Elf auf das erste Spiel unter seiner Leitung vorzubereiten.

Der neue Trainer, egal ob Polanski bleibt oder ein anderer kommt, steht vor zahlreichen Herausforderungen. Nach zehn sieglosen und fünf torlosen Bundesligaspielen mangelt es den Spielern an Selbstvertrauen und Sicherheit. Im jüngsten Spiel, einer 0:4-Niederlage gegen Werder Bremen, war bereits nach dem ersten Gegentor die Energie auf dem Platz erloschen. Die Fans vermissen einen Hoffnungsschimmer und befürchten bereits den Abstiegskampf.

Gladbach ist ein traditionsreicher Verein mit einer leidenschaftlichen Fangemeinde, wie bei der Jubiläumsfeier im August deutlich wurde. In seinen 125 Jahren hat der Klub viele Geschichten geschrieben, und die Abstiegskapitel von 1999 und 2007 sollen sich auf keinen Fall wiederholen. Der neue Trainer steht vor einem anspruchsvollen Programm.

Eine der wichtigsten Aufgaben wird sein, in der Mannschaft neues Feuer zu entfachen. Die Energie und Solidarität, die das Gladbacher Spiel zwischen November 2024 und März 2025 ausgezeichnet haben, müssen wiederhergestellt werden. Diese Eigenschaften waren die Grundlage für den zwischenzeitlichen Höhenflug, die jedoch insbesondere in den Heimspielen gegen den Hamburger SV und Bremen gefehlt haben.

Ebenso wichtig ist es, an der Seitenlinie Energie zu wecken. Bis zum Schluss lobte Virkus Seoane als Fußballfachmann, doch die Fans spürten in der ersten Saison keine emotionale Bindung zu dem zurückhaltenden Schweizer Trainer. In Pressekonferenzen und Interviews trat Seoane analytisch und nüchtern auf und ließ Emotionen sowohl auf der Trainerbank als auch in der Kommunikation vermissen.

Obwohl kein übertrieben emotionaler Trainer erforderlich ist, muss der gesamte Klub wieder zum Leben erweckt werden. Dafür braucht es nicht nur eine dynamische Mannschaft auf dem Platz, sondern auch einen Trainer, der die Emotionen der Fans anspricht. Wenn die Anhänger das Gefühl haben, dass Spieler und Trainer einen unbedingten Willen ausstrahlen, ist bereits viel gewonnen.

Fußballerisch gilt es, der eher zahmen Fohlen-Elf mehr Biss zu verleihen. In der vergangenen Saison belegte Gladbach in der Fair-Play-Tabelle der Bundesliga den vierten Platz und erreichte zuvor zweimal in Folge den siebten Rang. Der fehlende Biss ist besonders deutlich in Abwesenheit von Stürmer Tim Kleindienst.

Kleindienst scheut keinen Lauf und keinen Zweikampf und beging in der vergangenen Saison ligaweit die zweitmeisten Fouls am Gegner. Weder Haris Tabaković noch Shuto Machino können diese verlorene Qualität ersetzen. Bei der Niederlage gegen Werder fiel zudem auf, wie zaghaft Fabio Chiarodia in der Innenverteidigung agierte.

„Diese Kompaktheit, die Bremen gezeigt hat, diesen Willen zu verteidigen, müssen wir ändern“, sagte Yannik Engelhardt am vergangenen Sonntag und betonte: „Das ist nicht schwer! Das ist nur eine Einstellungssache.“ Dennoch wurde letztendlich bezweifelt, dass Seoane diese Kompaktheit wiederherstellen kann.

Natürlich ist neben der Energie gegen den Ball auch die Abschlussqualität vor dem gegnerischen Tor ein großes Manko der Gladbacher Borussia. Die Spieler geben offen zu, dass die Unsicherheit wächst, je länger die Torflaute anhält. Primär ist es eine Kopfsache, die durch fußballerische Anpassungen angegangen werden kann.

Gegen Bremen fiel auf, dass Gladbach selbst mit Machino in der Spitze in das Muster verfällt, das Spiel auf die Flügel zu verlagern und Flanken ins Zentrum zu schlagen, obwohl das starke Duo Kleindienst und Tabaković nicht auf dem Platz steht. Es gilt, die Abläufe anzupassen und den Fokus aus dem Stuttgart-Spiel wiederherzustellen. Gegen den VfB kombinierten die Borussen flach aus dem Zentrum heraus und brachten sich regelmäßig in Abschlusspositionen.

Wenn dann endlich ein Tor fällt, hat die Mannschaft einen schweren Rucksack abgeworfen. Wenn auch der Ketchup-Effekt eintritt und die Angreifer regelmäßig treffen, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit auf Punkte automatisch. Um eine sorgenfreie Saison zu spielen, müssen all diese Dinge jedoch so schnell wie möglich eintreffen.

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