Horst Steffen: Ein vielversprechender Start bei Werder Bremen
Horst Steffen hat als Trainer von Werder Bremen einen bemerkenswerten Start hingelegt, trotz anfänglicher Herausforderungen. Ein Kommentar von Bjarne Voigt von DeichStube.
Die Übernahme des Traineramtes von Ole Werner stellte für Steffen eine anspruchsvolle Aufgabe dar. Werner war nicht nur sportlich überaus erfolgreich, sondern hatte auch eine enge Verbindung zum Verein und dessen Umfeld. In der heutigen Zeit würde man sagen, es war ein „Perfect Match“. Umso mehr Respekt gebührt Horst Steffen nach seinen ersten 100 Tagen im Amt, denn der Name Ole Werner spielt am Osterdeich mittlerweile keine Rolle mehr.
In diesen ersten 100 Tagen sah sich Steffen jedoch mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert, die die Beziehung zwischen ihm und dem Verein gefährden konnten: Verletzungspech, späte Transfers und ein schwieriger Saisonstart mit einem frühen Pokalaus. Der 56-Jährige musste in seinen ersten drei Monaten mehr Hürden überwinden als mancher Trainer in einer ganzen Saison. Umso bemerkenswerter ist sein Optimismus und die Freude, mit der er allen Themen begegnet und diese auch öffentlich behandelt. Selbst in den turbulentesten Phasen am Ende des Transferfensters zeigte der Trainer von Werder Bremen kein Murren, sondern Verständnis für die Situation.
Steffen hat jedoch auch eine andere Seite. Im Training demonstriert er regelmäßig, dass er eine klare Vorstellung davon hat, wie die Zusammenarbeit im Team funktionieren sollte, und dass er dies konsequent einfordert. Er ist alles andere als ein reiner Kuscheltyp. Dennoch zahlt sich sein Vertrauen und seine fast väterliche Fürsorge gegenüber jungen Spielern wie Karim Coulibaly und Patrice Covic bereits jetzt aus. Sollte es dem gebürtigen Rheinländer gelingen, die bislang wackelige Defensive zu stabilisieren und in den kommenden Wochen Punkte gegen gleichwertige Gegner zu sammeln, könnte die Halbjahresbilanz seiner ersten Amtszeit äußerst positiv ausfallen. Es lässt sich jedoch bereits jetzt festhalten: Horst Steffen und Werder Bremen sind auf dem besten Weg, ein neues „Perfect Match“ zu werden.