Joachim Löw reflektiert über das WM-Debakel 2018

Joachim Löw reflektiert über das WM-Debakel 2018

München – Der krachende Aus bei der WM 2018 markierte das Ende einer schwachen Phase der Ära von Joachim Löw beim DFB. Der ehemalige Bundestrainer äußerte nun Selbstkritik.

Als amtierender Weltmeister reiste die deutsche Nationalmannschaft vor sieben Jahren nach Russland, um den Titel zu verteidigen. Doch die Mission scheiterte bereits in der Vorrunde nach Niederlagen gegen Mexiko und Südkorea. Lediglich gegen Schweden konnte ein Sieg in letzter Sekunde errungen werden.

Dieser große Misserfolg war der Beginn vom Ende von Löws Zeit als Nationaltrainer. Nach dem Turnier wuchs die Kritik an der Mannschaft, und nach dem enttäuschenden Abschneiden bei der EM 2021 trat der Weltmeistertrainer nach 15 Jahren zurück. In der Sport1-Sendung "Doppelpass" gestand Löw, dass er auf einige Spieler besser hätte verzichten sollen. Ilkay Gündogan und Mesut Özil sorgten vor dem Turnier für Aufsehen, als sie sich mit dem umstrittenen türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan zu einem PR-Termin trafen.

„Möglicherweise wäre es besser gewesen, auf sie zu verzichten“, gab der Ex-Bundestrainer zu: „Wir haben gesagt, dass wir die Spieler, die unter Beschuss stehen, stärken müssen. Allerdings haben weder Ilkay noch Mesut die Leistungen gebracht, die uns geholfen hätten.“

Nachdem das Aus durch eine Niederlage gegen Südkorea besiegelt wurde, war die Stimmung in der Kabine am Boden, auch bei den beiden stark kritisierten Nationalspielern. „Ilkay hat bittere Tränen in der Kabine geweint und Mesut war natürlich demoralisiert. Er hat die Anfeindungen zu spüren bekommen. Es war das erste Mal in meiner Zeit, dass ich das Gefühl hatte, die Mannschaft sei nicht mehr so geschlossen, dass es eine gewisse Spaltung gab“, schilderte Löw.

Während Gündogan öffentlich versuchte, die Wogen zu glätten, schwieg Özil zunächst. Ende Juli, kurz nach dem Ende der WM, trat der talentierte Spielmacher schließlich aus der Nationalmannschaft zurück. „Mit schwerem Herzen und nach langer Überlegung werde ich wegen der jüngsten Ereignisse nicht mehr für Deutschland auf internationaler Ebene spielen, solange ich dieses Gefühl von Rassismus und Respektlosigkeit verspüre“, teilte er in einem Statement mit. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit neunzigplus)

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