Kritik an Florian Wirtz nach schwacher Leistung gegen Manchester City
Die Stimmung auf der Insel wird rauer. Nach der Niederlage gegen Manchester City und einer erneut enttäuschenden Leistung sieht sich Florian Wirtz, der talentierte Mittelfeldspieler, heftiger Kritik ausgesetzt.
In Liverpool, an einem Nachmittag, an dem Manchester City das Spiel dominierte und der FC Liverpool kaum zur Geltung kam, geriet Wirtz erneut ins Zentrum der Aufmerksamkeit – jedoch aus den falschen Gründen. Bei der 0:3-Niederlage der Reds im Etihad Stadium blieb der deutsche Nationalspieler blass, und beim Verlassen des Platzes wurde er von den Zuschauern verspottet. Ein Gesang, der schnell zu einem wiederkehrenden Motiv in den Stadien Englands werden kann, lautete: „What a waste of money“.
Die Experten fällten ein noch härteres Urteil. „Wirtz ist ein Problem. Nennen wir es beim Namen“, äußerte Gary Neville in seinem Podcast und fügte hinzu: „Er hat heute wie ein kleiner Junge ausgesehen. Das kann nicht sein.“ Die Schonfrist sei vorbei, so der Sky Sports-Experte, schließlich habe Liverpool über 100 Millionen Pfund investiert. Gegen City sei Wirtz „regelrecht zerlegt“ worden – er sei „herumgeschubst“ worden und habe qualitativ nicht überzeugt, kritisierte der 85-fache Nationalspieler.
Nach dem Spiel suchte Wirtz keine Ausflüchte. „Jeder weiß um die Qualität von City. Sie lassen den Ball sehr gut laufen. Und wir haben es nicht geschafft, sie dabei zu stören“, sagte er gegenüber Sky. Liverpool sei „nicht griffig genug in den Zweikämpfen“ gewesen und habe „nicht ins Pressing gekommen“ – eine nüchterne Analyse eines Abends, an dem die Reds gegen die Skyblues chancenlos wirkten.
Wirtz bleibt nicht nur wegen der hohen Ablösesumme im Fokus. Der 22-Jährige deutete an, dass ihn die ständigen Fragen zur Eingewöhnung ermüden. „Ich bin sehr zufrieden, dass ich hier bin. Ich komme zu meiner Spielzeit und auch zu meinen Aktionen auf dem Platz“, betonte er, um gleich hinzuzufügen, dass man den Unterschied zwischen Bundesliga und Premier League „nicht immer wieder erwähnen“ müsse.
Stattdessen verwies er auf die Reaktion nach der Länderspielpause: „Wir haben einen kleinen Rückschlag erlitten, versuchen aber, nach der Länderspielpause wieder anzugreifen.“ Citys Spielplan entblößte Lücken im Liverpooler System: Überladungen auf der linken Seite, ein dominanter Jeremy Doku und zu wenig Unterstützung für Conor Bradley – Details, die die Hilflosigkeit der Reds erklärten und Wirtz’ Einfluss zusätzlich einschränkten.
Zwischen harscher Kritik von außen und eigener Sachlichkeit balanciert Wirtz nun auf dünnem Eis. Nach der enttäuschenden Niederlage ist Liverpool bereits auf Platz acht abgerutscht. Die Stimmung auf der Insel wird zunehmend rauer, und die Schonfrist scheint für den DFB-Star, der kürzlich bereits eine verbale Breitseite von einer englischen Legende einstecken musste, endgültig vorbei zu sein. Die Antwort auf Nevilles Vergleich muss Wirtz nun auf dem Platz geben.