Michael Olise: Enttäuschendes WM-Halbfinale für den FC Bayern-Star

Michael Olise: Enttäuschendes WM-Halbfinale für den FC Bayern-Star

Für Michael Olise entwickelte sich das WM-Halbfinale zu einem Abend, den er gerne vergessen würde. Der Spieler des FC Bayern konnte im entscheidenden Moment nicht überzeugen.

Dallas – Michael Olise hat während der WM 2026 bemerkenswerte Leistungen gezeigt. Doch in den beiden entscheidenden Spielen der Saison – dem Champions-League-Halbfinale gegen Paris Saint-Germain und dem WM-Halbfinale gegen Spanien – offenbarte der 24-Jährige seine schwächsten Seiten. Statistiken von Opta by Stats Perform zeigen ein deutliches Muster.

Frankreich verlor das WM-Halbfinale gegen Spanien mit 0:2. Olise stand 72 Minuten auf dem Platz, erzielte jedoch keinen einzigen Torschuss. Seine Passquote lag bei 76 Prozent, was sein persönlicher Tiefpunkt während des Turniers war. Im restlichen Turnier erreichte Olise eine Passquote von 87 Prozent. Mit 20 Ballverlusten bei 55 Ballkontakten war er der fehleranfälligste Spieler auf dem Feld.

Selbst Kylian Mbappé sprach indirekt über die Problematik: „Wenn wir Bälle eroberten, waren die ersten Pässe und Ballkontakte technisch nicht würdig für ein WM-Halbfinale.“ Olises erwartete Vorlagen lagen im Turnierschnitt bei 0,39 pro Spiel, gegen Spanien jedoch nur bei 0,07 – ein besorgniserregender Wert.

Besonders auffällig war das Rückspiel des CL-Halbfinales gegen PSG, in dem Olise 30 Ballverluste verzeichnete – die meisten aller Feldspieler und mindestens 13 mehr als jeder andere Akteur auf dem Platz. Zum Vergleich: In der gesamten Bundesliga-Saison 2025/26 übertraf er diesen Wert nur einmal, in einem Ligaspiel gegen den FC Köln.

Dennoch lohnt sich ein differenzierter Blick. Olises Passquote von 76 Prozent im Halbfinale war zwar sein schwächster Wert des Turniers, jedoch hatten seine Offensivkollegen noch schlechtere Werte: Kylian Mbappé kam auf nur 75 Prozent, Ousmane Dembélé sogar nur auf 70 Prozent.

Die Passgenauigkeit von 76 Prozent ist für Olise ebenfalls ein seltener Wert. In der gesamten Saison 2025/26 unterschritt er diese Marke nur dreimal. In der Bundesliga lag sein Schnitt bei 84 Prozent – acht Prozentpunkte mehr als in seinen beiden schwächsten Spielen der Saison.

Ein weiteres bemerkenswertes Detail: Olise versuchte gegen Spanien nur zwei Dribblings. Im Rückspiel des CL-Halbfinales gegen PSG waren es noch zehn Versuche – einen Wert, den er in der gesamten Saison 2025/26 nur einmal übertraf, im Januar gegen Union Saint-Gilloise (13 Versuche). Auch dort blieb die Ausbeute mager: Nur drei Dribblings gelangen, was einer Erfolgsquote von 30 Prozent entspricht.

Die Statistiken verdeutlichen den Kontrast: Seine Strafraumaktionen sanken von durchschnittlich 6,9 pro Spiel in der Bundesliga auf nur noch 4,5 in den entscheidenden Partien. Die erwarteten Vorlagen betrugen in diesen zwei Spielen nur 0,09 pro Partie, während sie im Bundesliga-Schnitt bei 0,54 lagen.

Die Annahme, Olise sei grundsätzlich kein Spieler für große Bühnen, greift jedoch zu kurz. Im Hinspiel des CL-Halbfinales im Parc des Princes erzielte er das zwischenzeitliche 2:2 und zeigte eine starke Leistung. Auch im Viertelfinale gegen Real Madrid konnte er überzeugen.

Seinen bisherigen WM-Höhepunkt erlebte Olise im Spiel gegen Schweden, das mit 3:0 endete. Er bereitete zwei Tore vor und dominierte das Geschehen. Die französische Presse verglich ihn damals mit Zinedine Zidane und Michel Platini. Mit insgesamt fünf Vorlagen war er bis zum Halbfinale der beste Vorlagengeber des gesamten Turniers.

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