Neuzugänge erhöhen den Konkurrenzkampf bei Borussia Mönchengladbach
Die späten Neuzugänge von Borussia Mönchengladbach erhöhen den Druck im Konkurrenzkampf. Das Trainerteam unter Gerardo Seoane steht vor wichtigen Entscheidungen.
Mönchengladbach – Borussia Mönchengladbach wartet seit neun Spielen auf einen Sieg in der Bundesliga und droht, den Negativrekord von zwölf sieglosen Partien einzustellen. Dennoch bleibt der Traditionsverein auf dem Transfermarkt attraktiv.
Dies zeigte sich besonders in den letzten Tagen des Transferfensters, als Giovanni Reyna von Borussia Dortmund und Yannik Engelhardt vom FC Como verpflichtet wurden. Beide Neuzugänge feierten am vergangenen Freitag ihr Debüt gegen Schalke 04 und hinterließen einen positiven Eindruck. Diese Situation stellt für Gerardo Seoane sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance dar.
Reyna und Engelhardt bringen frischen Wind in das offensive Mittelfeld, wo Kevin Stöger bisher gesetzt war, jedoch nicht durchweg überzeugen konnte. Stöger fehlte oft die Klarheit in seinen Aktionen und vergab gegen den VfB Stuttgart die beste Chance für Gladbach.
Mit Reyna hat Stöger einen neuen Konkurrenten, der für seine Fähigkeiten in engen Räumen bekannt ist und mit viel Selbstvertrauen nach Mönchengladbach gekommen ist. „Ich möchte in den Rhythmus kommen und fit werden. Ich habe das Gefühl, dass ich einen guten Job gemacht habe. Körperlich und geistig fühle ich mich besser und bin auf dem richtigen Weg“, sagte der US-Amerikaner nach dem Training am Mittwoch.
Reyna möchte am liebsten bereits am Sonntag gegen Werder Bremen (17:30 Uhr) auf dem Platz stehen. „Ob ich von Beginn an spiele, weiß ich noch nicht. Das ist die Entscheidung des Trainers“, erklärte der Offensivspieler und fügte hinzu: „Ich glaube, ich könnte auch 90 Minuten durchhalten, falls ich gebraucht werde. Wir werden sehen.“
Engelhardt hat es hingegen etwas schwerer, da das zentrale Mittelfeld stark umkämpft ist mit Spielern wie Rocco Reitz, Philipp Sander, Jens Castrop und Florian Neuhaus. Auch Oscar Fraulo ist ein weiterer Spieler in dieser Position, was zeigt, dass Engelhardt gegen Schalke sogar als Rechtsverteidiger getestet wurde.
Die Leihgabe aus Italien kann auch in der Innenverteidigung spielen, sieht sich jedoch als Sechser. Im möglichen 4-3-3 ist Sander, der nach seiner Berufung in den Mannschaftsrat Teil der neuen Führungsachse ist, Engelhardts Hauptkonkurrent. Kann Seoane es sich leisten, den ehemaligen Kieler aus dem Kader zu streichen?
Auf der Pressekonferenz am Freitagmittag werden keine Antworten auf diese Fragen erwartet. Der Cheftrainer betont einerseits die Wichtigkeit des Konkurrenzkampfes für die Mannschaft, hebt jedoch regelmäßig hervor, dass seine Personalentscheidungen auch von den Stärken und der taktischen Ausrichtung des Gegners abhängen.
Die vergangene Saison hat gezeigt, dass Seoane einem eingespielten Team vertraut, sobald sich dieses gebildet hat. Im Gegensatz zur Saison 2023/24 hat er an vielen seiner Ideen festgehalten. Sollte er jedoch der Meinung sein, dass neue Impulse erforderlich sind, scheut er sich nicht vor Veränderungen.
Die Perspektiven der späten Neuzugänge sind unterschiedlich. Reyna dürfte es einfacher haben, einen Platz in der Startelf zu finden, da die Konkurrenz auf der Zehn geringer ist als auf der Doppelsechs. Engelhardt bringt jedoch Qualitäten mit, die im zentralen Mittelfeld gefehlt haben. Beide Transfers hatten ihre Gründe – nun liegt es an Seoane, das Duo erfolgreich zu integrieren.