Virkus: Gladbachs Defensive muss stabilisiert werden

Virkus: Gladbachs Defensive muss stabilisiert werden

Roland Virkus verfolgt klare Prinzipien in Bezug auf die Spielweise seiner Mannschaft. Die Spieler von Borussia Mönchengladbach scheinen jedoch ihre wichtigste Aufgabe zu vernachlässigen.

Nach der 0:4-Niederlage gegen Werder Bremen war die Enttäuschung bei Virkus deutlich spürbar. Der Sport-Geschäftsführer trat spät aus dem Kabinentrakt hervor, um bei DAZN und in der Mixed Zone über den misslungenen Saisonstart zu sprechen. „Emotionalität steht bei mir momentan im Vordergrund“, erklärte Virkus. „Wir müssen eine Nacht darüber schlafen und dann weitersehen.“

Am Niederrhein gibt es einige Probleme. Besonders auffällig ist das Fehlen eines Torjägers, denn seit dem 3. Mai hat Gladbach in der Bundesliga kein Tor erzielt. Der letzte Torschütze war ausgerechnet Tim Kleindienst, der beim 4:4 gegen 1899 Hoffenheim erfolgreich war. „Vieles spielt sich zwischen beiden Ohren ab. Es fehlt das Tor, um wieder Vertrauen zu gewinnen“, so Virkus.

Ein noch schwerwiegenderes Problem ist die Tatsache, dass es Cheftrainer Gerardo Seoane in über zwei Jahren nicht gelungen ist, die Abwehr nachhaltig zu stabilisieren. Virkus betont regelmäßig, dass eine robuste Defensive die Basis für ein gutes Bundesligaspiel sei – und die 67 Gegentore in der Saison 2023/24 sowie 57 Gegentore in der Saison 2024/25 sprechen eine deutliche Sprache.

In seiner ersten Saison musste Seoane zusehen, wie die Mannschaft 210 Torschüsse des Gegners zuließ – nur der SV Darmstadt (215) und die TSG Hoffenheim (218) waren schwächer. In der vergangenen Spielzeit ließ Gladbach 192 Torschüsse zu, schwächer schnitt nur Holstein Kiel (202) ab. Einzelne Fortschritte ändern nichts am Gesamtbild.

„Die Tore fallen zu einfach, wir spielen vorne zu kompliziert und stehen hinten nicht eng genug am Mann“, äußerte sich Virkus frustriert über die Leistung gegen Bremen. In 71 Bundesligaspielen unter Seoane kassierte Gladbach 129 Gegentore, wobei in 22 Partien mindestens drei Tore gefallen sind. Stabilität sieht anders aus.

Die Grundlage für den Erfolg ist somit – gemäß Virkus‘ Mantra – nicht gegeben. Das erkannte auch Yannik Engelhardt nach seinem misslungenen Debüt für Gladbach, das einem Albtraum glich. „Diese Kompaktheit, die Bremen gezeigt hat, und der Wille zu verteidigen – das müssen wir ändern, und das ist nicht schwer! Es ist nur eine Einstellungssache“, sagte der Mittelfeldspieler. „Wir müssen nicht über Ballbesitz oder Positionsspiel reden, wenn die Basics nicht stimmen.“

Unabhängig davon, welcher Trainer am 21. September um 17:30 Uhr gegen Bayer Leverkusen auf der Bank sitzen wird, bleibt die wichtigste Aufgabe, die Defensive nachhaltig zu stabilisieren. Andernfalls wird es für Borussia Mönchengladbach schwierig, Spiele zu gewinnen – insbesondere, wenn Kleindienst als Hoffnungsträger im Sturm fehlt.

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