Nnamdi Collins: Rückkehr und Entwicklung bei Eintracht Frankfurt

Nnamdi Collins: Rückkehr und Entwicklung bei Eintracht Frankfurt

Nnamdi Collins hat eine wechselhafte Saison 2025/26 bei Eintracht Frankfurt erlebt. Könnte der Wechsel zu Trainer Adi Hütter für ihn von Vorteil sein?

Frankfurt – 15 Gegentore in sieben Spielen – das ist die Bilanz von Eintracht Frankfurt ohne Nnamdi Collins. Diese Zahl spricht Bände. Ex-Trainer Albert Riera hatte zu Beginn seiner Amtszeit die Abwehr stabilisieren können, sodass die Hessen in fünf Bundesligaspielen viermal ohne Gegentor blieben. Es wäre jedoch zu einfach, diese Erfolge allein Collins zuzuschreiben, auch wenn er einen entscheidenden Anteil daran hatte.

Als Collins sich beim Stand von 1:1 in Mainz verletzte, kehrte das defensive Chaos zurück. Das Versagen war nicht auf einzelne Spieler zurückzuführen, doch ohne Collins fehlten der Mannschaft wichtige Fähigkeiten, die oft von Außenstehenden nicht erkannt werden. Es gibt gute Gründe, warum englische Klubs Interesse an ihm zeigen und Sportvorstand Markus Krösche über 30 Millionen Euro für ihn verlangt.

Der gebürtige Düsseldorfer hat es zum Ende der Saison geschafft, konstanter, konzentrierter und klarer im Spielaufbau zu werden. Unkonzentriertheiten traten nur noch selten auf. Für jeden Trainer von Eintracht Frankfurt war Collins in einem fitten Zustand unverzichtbar.

Mit einer Körpergröße von 1,89 Metern erreicht Collins einen Topspeed von 35,77 km/h. Er gewann 60 Prozent seiner Zweikämpfe und war auch in der Luft stark, wo er 58 Prozent der Duelle für sich entschied. Diese Werte sind besonders bemerkenswert, da er nicht nur als Innenverteidiger, sondern auch als Rechts- und Linksverteidiger eingesetzt wurde.

Rieras Vorgänger Dino Toppmöller bezeichnete ihn einst als „kleine Maschine“. Collins tauchte im Herbst 2024 aus dem Nichts auf und überzeugte als rechter Außenverteidiger mit seiner mutigen Spielweise und kraftvollen Sprints. Toppmöller vertraute ihm in der zweiten DFB-Pokal-Runde gegen Borussia Mönchengladbach (2:1) nach dem Platzverweis von Arthur Theate überraschend und er rechtfertigte dieses Vertrauen.

Im November 2024 äußerte Collins in einem Gespräch mit Absolut Fussball: „Nach dem Spiel gegen Gladbach habe ich festgestellt, dass es richtig gut für mich gelaufen ist. Trotz der langen Unterzahl konnten wir gewinnen. In diesem Spiel hat vieles bei mir gut funktioniert. Es hat sich automatisch gut angefühlt.“ Seit diesem Tag folgten 58 weitere Pflichtspiele.

Der 22-Jährige wurde sogar Nationalspieler, erlebte jedoch einen enttäuschenden Abend gegen die Slowakei (0:2). Seitdem ist fast ein Jahr vergangen, und Bundestrainer Julian Nagelsmann hat sich laut Informationen von Absolut Fussball inzwischen bei Collins gemeldet. Wer weiß, ob er nicht doch noch die Chance auf die WM bekommen hätte? Gedanken darüber bringen jedoch nichts. Aufgrund seiner Verletzung verpasste Collins den WM-Platz, doch Nagelsmann hat ihn nicht vergessen.

Collins hat seine Prioritäten jedoch klar gesetzt: Zuerst Eintracht, dann alles andere. Nach seiner Sprunggelenksverletzung ist er wieder fit, trainiert hart und möchte sich unter dem neuen Trainer Adi Hütter ab dem ersten Tag anbieten. Krösche sollte einem Abgang von Collins entschieden entgegenwirken. Der von dem angesehenen Berater Moussa Sissoko betreute Abwehrspieler könnte genau der Spieler sein, den Hütter sucht.

Der österreichische Trainer hat in seiner ersten Zeit in Frankfurt häufig mit einer Dreierkette agiert. Collins wäre als Teil der Innenverteidigung oder als rechter Schienenspieler ideal für ein solches System. Hütter hat in seiner Zeit von 2018 bis 2021 junge Innenverteidiger wie Tuta und Evan N’Dicka gefördert und geformt. Der 56-Jährige hat ein gutes Gespür im Umgang mit Talenten, von dem auch Collins profitieren könnte.

Wenn er das nötige Vertrauen spürt, kann er sein Potenzial abrufen. Da mit Rasmus Kristensen (zurück in die Heimat), Arthur Theate (der mit einem Wechsel nach England liebäugelt) und Brown (der vor einem Abgang zum FC Bayern steht) drei Schlüsselspieler gehen könnten, sollte Collins in seine vierte Saison bei Eintracht Frankfurt starten. Mit einem geschätzten Marktwert von 20 Millionen Euro ist er der teuerste Innenverteidiger der Hessen und hat auch das größte Potenzial.

Die Entwicklung von Collins ist noch nicht abgeschlossen. Neben seinen sportlichen Qualitäten zeichnet ihn vor allem sein Mindset aus. Bei seinem früheren Klub Borussia Dortmund hat er zahlreiche Widerstände überwunden. Auch bei Eintracht Frankfurt verlief nicht alles reibungslos. Als Collins 2023 ankam, war ursprünglich eine Leihe geplant. Diese Idee scheiterte, und er musste sich in der zweiten Mannschaft in der Regionalliga beweisen.

Das ist ihm gelungen. „Rückblickend war das eine sehr wertvolle Zeit für mich“, gestand Collins. Er geht als einer der Führungsspieler in die am 11. Juli startende Vorbereitung für die Saison 2026/27. Ob Collins bei Eintracht bleibt, wird sich zeigen, aber er ist keineswegs auf gepackten Koffern.

Der Klub muss ihm jedoch aufzeigen, wie er ihn auch ohne internationalen Wettbewerb weiter fördern möchte. Gelingt dies, könnte Collins unter Hütter zu einem der besten Innenverteidiger der Bundesliga heranwachsen – und vielleicht tatsächlich zu groß für Frankfurt werden, bereit für den Sprung in die Premier League.

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