Polizei stuft Nordderby als Risikospiel ein
Die Polizei hat offiziell bestätigt, dass das Nordderby zwischen dem SV Werder Bremen und dem Hamburger SV als Risikospiel eingestuft wird. Dieses Duell, das am Samstag um 15:30 Uhr im Weserstadion stattfindet, hat sowohl sportlich als auch sicherheitstechnisch eine hohe Bedeutung für beide Mannschaften im Abstiegskampf.
Die Einstufung als Risikospiel bedeutet für Werder Bremen, dass nach der Partie erneut zusätzliche Kosten für den erhöhten Polizeieinsatz auf sie zukommen werden. Die Polizei Bremen erklärte am Mittwoch, dass „das Nordderby aufgrund von Erfahrungen aus vergangenen Begegnungen als Spiel mit erhöhtem Risiko eingestuft“ wird. Dies führt dazu, dass Werder Bremen am Osterdeich mit einer finanziellen Belastung rechnen muss.
Hintergrund ist, dass der Stadtstaat Bremen als einziges Bundesland die Mehrkosten für den erhöhten Polizeieinsatz bei einem Risikospiel der Deutschen Fußball-Liga (DFL) in Rechnung stellt. Diese Regelung wurde 2014 im Bremischen Gebühren- und Beitragsgesetz verankert und hat seitdem zu anhaltenden Konflikten zwischen Bremen und der DFL geführt. Das Bundesverfassungsgericht entschied im Januar 2025 zugunsten Bremens und erklärte die Praxis für rechtmäßig. Dennoch gibt die DFL die Gebührenbescheide direkt an Werder Bremen weiter. Seit 2015 hat der Verein bereits neun solche Bescheide erhalten, deren Beträge zwischen 250.000 und 425.000 Euro lagen.
Zusätzlich wird aufgrund der Einstufung als Risikospiel am Samstag eine größere Anzahl von Polizeibeamten im Einsatz sein als bei regulären Bundesligaspielen. Die Polizei Bremen erhält Unterstützung von Einsatzkräften aus Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Thüringen, Niedersachsen und der Bundespolizei. Rund um das Nordderby werden verschiedene Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.
So wird der Weg am Weserufer für Fans des SV Werder Bremen ab der Sankt-Jürgen-Straße bis zum Stadion gesperrt, um die beiden Fanlager voneinander zu trennen. „In diesem Bereich werden Absperrgitter aufgebaut. Die Polizei wird vor Ort sein und die Situation kommunikativ begleiten. Heimfans sollten mehr Zeit für die Anreise einplanen und diese Bereiche meiden“, so die Mitteilung der Polizei. Da Begegnungen zwischen Bremern und Hamburger Fans nicht vollständig zu vermeiden sind, appelliert die Polizei an alle Stadionbesucher, „friedlich zu bleiben und sich von Gewalttätern zu distanzieren“. Gegen solche Personen wird die Polizei „konsequent vorgehen“.