Real Madrid: Jorge Valdano kritisiert Spieler und verteidigt Xabi Alonso
Eine Legende von Real Madrid äußert sich kritisch zur möglichen Entlassung von Xabi Alonso und sieht stattdessen die Spieler in der Verantwortung.
Madrid – Die Königlichen mussten am vergangenen Wochenende eine 0:2-Niederlage gegen Celta Vigo hinnehmen, die durch zwei Tore von Williot Swedberg und drei Platzverweise für Real Madrid geprägt war. Momentan belegen die Madrilenen nur den zweiten Platz in der spanischen La Liga, da sie in den letzten fünf Ligaspielen lediglich einen Sieg erringen konnten.
Die Partie im Bernabeu gegen Celta Vigo stellte eine weitere Enttäuschung für die von Xabi Alonso trainierte Mannschaft dar. Angesichts der schwachen Leistungen in den letzten Wochen steht Alonso in der Kritik. Der Spanier übernahm im Sommer die Trainerposition bei „Los Blancos“, und inzwischen häufen sich die Spekulationen über seine mögliche Entlassung.
Am Mittwochabend steht das Team in der UEFA Champions League gegen Manchester City auf dem Platz. Könnte dies bereits das letzte Spiel von Alonso als Trainer der Königlichen sein? Jorge Valdano, eine Real-Legende, ist der Meinung, dass eine Entlassung die falsche Entscheidung wäre und stattdessen die Spieler in die Pflicht genommen werden sollten.
Valdano, der ehemalige Spieler und Trainer von Real Madrid, äußerte sich in einem Interview mit dem spanischen Pay-TV-Sender Movistar Plus+ und betonte, dass die Spieler maßgeblich für die derzeitige Krise des Vereins verantwortlich seien. „Ich halte Xabi Alonso für einen kompetenten Trainer“, sagte der 70-Jährige.
Er lenkte den Fokus von der Trainerbank auf das Spielfeld: „Die, die nicht laufen, sind die Spieler – nicht der Trainer.“ In den vergangenen Wochen zeigte Real Madrid eine überraschend schwache Form und konnte nur eines der letzten fünf Ligaspiele gewinnen.
„Bei Real Madrid gibt es einige chronische Probleme“, betonte Valdano. Dazu zählen Schwierigkeiten im Pressing und der Druckausübung. Der ehemalige Coach weiß: „Diese Probleme hängen direkt mit der Stimmung, dem Antrieb und der Motivation zusammen.“
Valdano übernahm den Trainerposten bei Real Madrid in der Saison 1994/95, wurde jedoch nach 78 Pflichtspielen im Januar 1996 entlassen. Zuvor war er von 1984 bis 1987 als Spieler aktiv und erzielte in 120 Einsätzen 56 Tore sowie 18 Vorlagen.
Die aktuellen Probleme der Mannschaft begannen seiner Meinung nach im Angriff. „Man muss vorne anfangen“, so Valdano, der anmerkt, dass die beiden großen Stürmer, Kylian Mbappe und Vinicius Jr., zwar gefährlich sind, jedoch Schwierigkeiten haben, sich durchzusetzen. „Von dort aus entfaltet sich eine Kette an Konsequenzen, die die gesamte Mannschaft betrifft.“ Vinicius brauchte am vergangenen Wochenende beispielsweise „35 Minuten, um ins Spiel zu finden“, kritisierte der Argentinier.
Real Madrid verlor am Sonntag gegen Celta Vigo mit 0:2. Nach der Pause brachte Williot Swedberg die Gäste in Führung, ehe Fran Garcia in der 64. Spielminute des Feldes verwiesen wurde. „Madrid spielte ab diesem Platzverweis zu zehnt – und erst zu diesem Zeitpunkt fand die Mannschaft eine Aggressivität, die sie zuvor eine Stunde lang vermissen ließ“, schilderte Valdano.
Nach zwei weiteren Platzverweisen traf Swedberg in der Nachspielzeit erneut und besiegelte somit die Niederlage für Los Blancos. Am Mittwochabend geht es für die kriselnden Madrilenen in der UEFA Champions League gegen Manchester City weiter.