Spanien trifft im WM-Halbfinale auf Frankreich: Mikel Merino als entscheidender Joker
Im ersten Halbfinale der WM treffen Spanien und Frankreich aufeinander, und die Herausforderung für die Iberer könnte kaum größer sein. Wird Mikel Merino das Spiel entscheiden?
Dallas – Am Freitag wehte im SoFi Stadium in Los Angeles ein Hauch des EM-Viertelfinales 2024 zwischen Deutschland und Spanien durch die Luft. Dies lag jedoch nicht an einem Handspiel, sondern daran, dass Mikel Merino erneut sein Können als Joker unter Beweis stellte und das Spiel entscheidend beeinflusste. Die WM ist seine große Bühne.
Der Mittelfeldspieler hatte bereits vor zwei Jahren in der 119. Minute gegen Deutschland das entscheidende Tor erzielt. Auch im Achtelfinale gegen Portugal, wo er nach seiner Einwechslung in der ersten Minute der Nachspielzeit den Siegtreffer zum 1:0 erzielte, bewies er sein Talent. Im Viertelfinale gegen Belgien sorgte Merino kurz vor Schluss für die Entscheidung, als er in der 86. Minute eingewechselt wurde und nur zwei Minuten später zum 2:1 traf.
„Man gewöhnt sich so langsam daran. Ich bin überglücklich“, sagte der Matchwinner nach dem Spiel. „Ich bin wieder reingekommen und habe kurz vor Schluss den entscheidenden Treffer erzielt.“ Dieses Mal hatte der Siegtreffer jedoch eine besondere Bedeutung, da sein erst zwei Monate alter Sohn Marco nicht im Stadion war, als er gegen Portugal spielte.
In Los Angeles saß Marco zusammen mit seiner Mutter Lola erstmals auf der Tribüne. „Da sie beim Achtelfinale nicht dabei waren, musste ich es heute wiederholen, damit sie es diesmal live miterleben konnten“, erklärte der 30-Jährige mit einem Lächeln. Und so kam es, wie es kommen musste: Nach einem Fehler des eingewechselten belgischen Torwarts Senne Lammens (der für den angeschlagenen Thibaut Courtois ins Spiel kam) nutzte Merino die Gelegenheit und erzielte den Siegtreffer.
„Sie geben mir Kraft. Ich bin mir sicher, dass ein Teil des Glücks, das ich hatte, weil mir der Ball vor die Füße gefallen ist, auf die positive Energie zurückgeht, die sie mir geben“, fügte Merino hinzu. Ganz Spanien hofft nun, dass Merinos Sohn auch beim Halbfinale gegen Frankreich am Dienstag um 21 Uhr (ARD) wieder einen Treffer seines Vaters bejubeln kann.
Im Gegensatz zu Deutschland und Deniz Undav gibt es in Spanien kaum Forderungen, etwas am Erfolgsrezept von Merino und seinen Joker-Toren zu ändern. Schließlich sind auf der Doppelsechs Rodri, Pedri oder Fabian Ruiz vor dem Ex-Dortmunder gesetzt. Wenn es jedoch in der Schlussphase noch wichtige Tore braucht, könnte Merinos Stunde auch gegen Frankreich schlagen – zuletzt hat es ja gut funktioniert.