Sportdirektor Timmo Hardung steht vor Herausforderungen bei Eintracht Frankfurt

Sportdirektor Timmo Hardung steht vor Herausforderungen bei Eintracht Frankfurt

Sportdirektor Timmo Hardung sieht sich seit dem Sommer zunehmend interner Kritik ausgesetzt. Dennoch erhält er die Unterstützung von Sportvorstand Markus Krösche.

Frankfurt – Während Adi Hütter als neuer Trainer von Eintracht Frankfurt vorgestellt wurde, war der Pressesaal gut gefüllt, und sogar Vorstandssprecher Axel Hellmann war anwesend. Timmo Hardung hingegen fehlte bei dieser wichtigen Veranstaltung. In den ersten Tagen gab es keinen Kontakt zwischen Hardung und Hütter, und er war nicht in den Abschlussprozess eingebunden – ein ungewöhnliches Bild für einen Sportdirektor.

Nur wenige Tage später wurde der Vertrag von Hellmann bis 2031 verlängert. Der Vorstandssprecher kündigte an, dass die Themen, die eine schonungslose Aufarbeitung erforderten, offen angegangen werden. Dabei schloss er auch weitere „personelle Veränderungen“ nicht aus.

Im Mittelpunkt der Diskussion steht der ebenfalls intern kritisierte Sportdirektor Timmo Hardung. Die Saison 2025/26 verlief für die Hessen enttäuschend, und es wäre zu einfach, ihm die alleinige Schuld zuzuschieben. Dennoch konnte Hardung in dieser Krise keine klaren kommunikativen Akzente setzen. Kritiker werfen ihm vor, im Austausch mit der athletischen und medizinischen Abteilung unangenehme Entscheidungen zu vermeiden.

Obwohl es Berichte über Gegenwind aus den eigenen Reihen gab, bleibt eine Entlassung Hardungs laut Informationen von Absolut Fussball für Sportvorstand Markus Krösche kein Thema. Er schätzt die Arbeit Hardungs im Hintergrund. Es könnte kein Zufall gewesen sein, dass Eintracht vor kurzem die Einschätzung zurückkehrender Leihspieler von Hardung einholen ließ, da die Betreuung dieser Spieler zu seinen Aufgaben gehört.

Darüber hinaus ist Hardung für die Vernetzung mit dem Nachwuchsbereich verantwortlich, ein Bereich, in dem seine Stärken von Eintracht-Mitarbeitern anerkannt werden. Er war maßgeblich an den Transfers von Paxten Aaronson, der mittlerweile wieder in seiner Heimat spielt, und Ayoube Amaimouni-Echghouyab beteiligt, der für 200.000 Euro von Hoffenheims zweiter Mannschaft kam und nun WM-Teilnehmer ist.

Im Juli 2023 äußerte Hardung in einem Gespräch mit der FAZ über seine Aufgaben: „Es sind sehr viele Abstimmungen, vor allem wenn es darum geht, welche Strategie wir wo verfolgen und wer welche Verantwortung übernimmt. Wir sind in ständigem Austausch und wollen unsere verschiedenen Rollen bestmöglich für Eintracht Frankfurt nutzen.“ Was damals noch selbstbewusst klang, erscheint heute in einem anderen Licht.

Hardung nimmt die Rolle des Sportdirektors jedoch nicht im klassischen Sinne ein; er ist kein Lautsprecher oder prominenter Ex-Profi, der sich ausschließlich in der Nähe des Trainers aufhält. Krösche delegiert vorwiegend strategische Themen an ihn, und die Zusammenarbeit ist seit vielen Jahren eng und vertrauensvoll.

Nach fünf Jahren in Frankfurt steht Hardung jedoch vor der Herausforderung, in der Öffentlichkeitsarbeit aktiver zu werden. Er äußert sich meist nur nach Spielen beim vereinseigenen TV-Sender. Mit Krösche hat er einen starken Vorgesetzten, dessen Wort Gewicht hat. Hardung sollte jedoch darauf achten, dass sein Schatten nicht noch größer wird. Es gibt eine gesunde Balance zwischen Lautstärke und Stille.

Ob es Hardung gelingt, sich bei Eintracht Frankfurt weiterzuentwickeln, wird sich zeigen. Er hat Krösche, der ihn im Sommer 2021 von RB Leipzig nach Frankfurt holte, viel zu verdanken. Aus dem Leiter der Lizenzspielerabteilung ist er nach und nach zum Sportdirektor geworden. Es liegt nun am 36-Jährigen, präsenter aufzutreten und konsequenter in der Mitarbeiterführung zu werden.

Die spannende Frage bleibt, wie die Zusammenarbeit mit Hütter verlaufen wird. Werden sie sich ergänzen und als Duo wachsen? Die am 11. Juli beginnende Vorbereitung wird entscheidend sein. Krösche hat Hardung eine weitere Chance gegeben. Wenn er diese nutzt, könnte er Teil der Lösung und nicht mehr des Problems werden.

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