Steven Gerrard und Wayne Rooney diskutieren die "Goldene Generation" der englischen Nationalmannschaft
Steven Gerrard hat kürzlich mit seinen Äußerungen über die sogenannte „Goldene Generation“ der englischen Nationalmannschaft für Aufsehen gesorgt, indem er seine ehemaligen Teamkollegen als „egoistische Verlierer“ bezeichnete. Er führte die Rivalitäten zwischen den Vereinen als einen Grund für den mangelnden Erfolg der Mannschaft an.
Diese Aussagen stießen auf heftige Reaktionen, insbesondere von Wayne Rooney, einem weiteren prominenten Mitglied dieser Generation. Rooney, der lange Zeit den Rekord für die meisten Tore in der englischen Nationalmannschaft hielt, bis Harry Kane ihn 2023 übertraf, widersprach Gerrard in seinem Podcast „The Wayne Rooney Show“ entschieden.
„Ich würde nicht sagen, dass die Einstellung der aktuellen England-Mannschaft besser ist. Das ist respektlos gegenüber uns, denn wir haben hart gearbeitet und unser Bestes gegeben“, erklärte Rooney. Er betonte, dass der Mangel an Titeln nicht auf mangelnden Einsatz zurückzuführen sei, sondern auf andere Faktoren, die außerhalb ihrer Kontrolle lagen.
Rooney räumte ein, dass es in der Kabine viele große Persönlichkeiten gab, was zu Spannungen führen konnte. Dennoch ist er der Meinung, dass die heutige Generation nicht unbedingt eine bessere Einstellung hat. „Was Sie jetzt haben, sind Spieler aus rivalisierenden Teams, die zusammen trainieren, bevor sie zur Saisonvorbereitung zurückkehren – Phil Foden und Marcus Rashford zum Beispiel. Das ist eine andere Generation“, fügte Rooney hinzu.
Der ehemalige Stürmer von Manchester United hob hervor, dass die Beziehungen zwischen Spielern rivalisierender Clubs in der heutigen Nationalmannschaft verbessert wurden. Dies sei auch das Ergebnis einer besseren Medienberichterstattung und eines harmonischeren Teamgeistes. „Die Spieler kommen besser mit den Medien zurecht. Von außen betrachtet vermittelt das ein besseres Gefühl“, erklärte Rooney.
Während die „Goldene Generation“ es nie über das Viertelfinale eines großen Turniers hinaus schaffte, hat die aktuelle englische Nationalmannschaft unter der Leitung von Gareth Southgate bereits das Finale der Europameisterschaften 2020 sowie 2024 erreicht, ging jedoch jedes Mal nur als zweiter Sieger vom Feld. Nun liegt es an Thomas Tuchel, die Mannschaft auf die Weltmeisterschaft 2026 vorzubereiten.
Rooney sieht in der aktuellen Mannschaft viel Potenzial und glaubt, dass sie von den Erfahrungen der Vergangenheit lernen kann. Die verbesserten Beziehungen zwischen den Spielern und die professionelle Medienarbeit könnten entscheidende Faktoren für den zukünftigen Erfolg sein. England hat die Chance, die 60-jährige Wartezeit auf einen internationalen Titel zu beenden – eine Herausforderung, die Tuchel und sein junges Team mit Zuversicht angehen.