Thomas Linke über Rudi Assauer und den UEFA-Cup Triumph
Thomas Linke war Teil der legendären Eurofighter, die den FC Schalke 04 1997 im San Siro zu Mailand zum UEFA-Cup-Triumph führten. In einem exklusiven Interview mit Absolut Schalke blickt der ehemalige Nationalspieler fast drei Jahrzehnte später auf diese prägende Zeit zurück und hebt besonders die Rolle von Rudi Assauer hervor, dem ehemaligen Manager des Vereins.
Linke beschreibt Assauer als weit mehr als nur einen Funktionär: „Wir hatten alle ein sehr, sehr gutes Verhältnis zu Rudi Assauer“, erklärt er. „Er war einerseits ein lockerer Typ, der teilweise sogar mittrainiert hat. Andererseits war er jemand, auf den man sich verlassen konnte. Wenn er ein Wort gegeben hat, dann hat er das gehalten.“ Diese Worte zeichnen ein klares Bild: Assauer war kein Schreibtischtäter, sondern ein authentischer und nahbarer Mensch, der die Mannschaft stets unterstützte.
Der unvergessliche Triumph im UEFA-Cup-Finale gegen Inter Mailand bleibt für Linke ein Höhepunkt seiner Karriere. „Die Atmosphäre im Finale war wirklich etwas ganz, ganz Besonderes“, erinnert er sich. „Und dass wir am Ende tatsächlich den Titel holten, war für den Verein ein riesiger Erfolg.“ Bis heute werden die Eurofighter beim Revierklub gefeiert – und das zu Recht. „Von daher werden wir Eurofighter da immer noch gebührend gefeiert.“
Der Weg zu diesem Erfolg war jedoch nicht immer einfach: Linke berichtet, dass er beim ersten Training von seinem eigenen Trainer nicht erkannt wurde und nach dem Laktattest wenig schmeichelhafte Worte erhielt. „Der Start war sehr lustig. Der Trainer, der mich gescoutet hatte, hat mich beim ersten Training erst mal gar nicht erkannt. Und nach dem ersten Laktattest hieß es sinngemäß: ‚Ich habe gedacht, du hast was drauf, aber du hast ja gar nichts drauf.‘“, erinnert sich Linke. Doch nach nur vier Spielen war er bereits Stammspieler – und blieb es auch.
Nach seiner Zeit bei Schalke wechselte Linke zum FC Bayern München, wo er unter Ottmar Hitzfeld trainierte – dem Trainer, dem er zuvor als BVB-Coach einen Wechsel nach Dortmund abgesagt hatte. „Er hatte deswegen keinen Groll auf mich, sondern war im Umgang mit allen sehr empathisch“, so Linke. Er erinnert sich auch an seine entscheidende Rolle im Champions-League-Finale 2001 gegen Valencia, wo er den entscheidenden Elfmeter verwandelte – sein erster und letzter in einem Pflichtspiel. „Ich hätte nie damit gerechnet, dass ich überhaupt einen Elfmeter schießen muss“, gesteht er. „Zum Glück war er drin.“
Rudi Assauer, der Mann mit der Zigarre und dem untrüglichen Gespür für Fußball und Menschen, lebt in den Erinnerungen seiner Eurofighter weiter. Thomas Linkes Worte verdeutlichen: Dieser Manager hat nicht nur Titel gewonnen – er hat eine Mannschaft geprägt, die bis heute zusammenhält. Dass die Eurofighter auf Schalke noch immer gebührend gefeiert werden, ist auch sein Verdienst.
Das vollständige Interview mit Thomas Linke auf Absolut Schalke wird ab dem 13. März um 15 Uhr auf den Onlineportalen des Ippen-Redaktionsnetzwerks und am 14. März in den Printausgaben des Münchner Merkur und der tz veröffentlicht.