USA scheitert im WM-Achtelfinale gegen Belgien: Ein Kommentar
Die USA hatten im WM-Achtelfinale gegen Belgien keine Chance – und das auch aufgrund von Donald Trump. Für die Fußballwelt war dies ein Grund zur Freude.
Seattle – Normalerweise hätte man bei der WM für das amerikanische Team sein müssen: ein junges, dynamisches Team, das auf einem schwierigen Markt Begeisterung für seine Sportart weckt, gegen eine ältere Mannschaft, die zwar freundlich, aber letztlich uninspiriert auftritt und uns bereits einige Euros bei Wettportalen gekostet hat.
Doch diesmal war die Freude über Belgiens 4:1-Sieg über die USA unverhohlen, da dieser Erfolg vor allem auch ein Sieg gegen die FIFA war, die Donald Trumps dreiste Einmischung in den Wettbewerb akzeptiert hatte. Diese Situation verdeutlichte, wie eine als Strategie gedachte Intervention Chaos auslösen kann. Das, was wir auf sportlicher Ebene bei den USA erlebt haben, war ein Lehrbeispiel für schlechtes Karma.
Donald Trump, der Sport nur aus inszenierten Kämpfen im Wrestling kennt, konnte sich die Unberechenbarkeit des Fußballs wohl nicht vorstellen. Er dachte, wenn der beste Stürmer einer Mannschaft spielt, ist das Team stärker als ohne ihn. Diese Sichtweise ist jedoch laienhaft und technokratisch; sie ignoriert, dass Menschen nicht immer gleich funktionieren und unter Druck leiden können.
Der US-Präsident mag seine Einmischung als patriotischen Akt verstanden haben (wahrscheinlich ging es ihm jedoch auch um eigene Vorteile), bemerkte jedoch nicht, in welche schwierige Lage er das Team, Trainer Pocchettino und den bedauernswerten Spieler Balogun gebracht hatte.
Natürlich ist das Spekulation. Aber eine amerikanische Mannschaft, die sich von der Personalie Balogun gelöst hätte und gesagt hätte: "Wir spielen für unseren Freund, der heute nicht dabei sein kann", wäre nicht mit 1:4 untergegangen. Es hätte zum Team USA gepasst, mit positivem Trotz in dieses Achtelfinale zu gehen. Doch sie zerbrach unter dem Druck, den Donald Trump erzeugt hatte. Ein Mann ohne Gespür für die Dynamik des Wettbewerbs hat sein eigenes Team aus dem größten Turnier der Welt geworfen.