Verwirrung um neue VAR-Regel beim WM-Spiel USA gegen Paraguay

Verwirrung um neue VAR-Regel beim WM-Spiel USA gegen Paraguay

Beim WM-Spiel zwischen den USA und Paraguay sorgte eine neue VAR-Regel für Verwirrung. Schiedsrichter-Experte Patrick Ittrich bezeichnete den Vorfall als einen „absoluten Prozessfehler“.

In Ismaning wurde die umstrittene Szene beim 4:1-Sieg der USA gegen Paraguay bereits früh im Turnier diskutiert. Ittrich übte deutliche Kritik am Ablauf und stellte fest, dass es an der Zeit sei, die Regelung zu überdenken.

Im „Breakfast Club“ bei MagentaTV analysierte der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter die Situation am Samstagmorgen ausführlich. Die tägliche Sendung, die die Ereignisse der Nacht zusammenfasst, wird frei empfangbar ausgestrahlt. Ittrich gestand ein: „Ich bin mir nicht sicher. Ich werde versuchen, es euch zu erklären, aber ich brauche etwas Zeit.“

Die Verwirrung entstand nach einer Szene kurz nach der Halbzeit. Schiedsrichter Danny Makkelie hatte zunächst den US-Kapitän Tim Ream wegen eines vermeintlichen Fouls an Miguel Almiron verwarnt. Nach einer VAR-Intervention wurde die gelbe Karte jedoch zurückgenommen, und stattdessen erhielt Almiron wegen einer Schwalbe die Verwarnung.

Besonders ungewöhnlich war, dass die Überprüfung erst nach der Fortsetzung des Spiels mit einem Freistoß stattfand. An diesem Punkt setzte Ittrichs Kritik an: „Eine Überprüfung findet immer vor der Spielfortsetzung statt. Immer!“, betonte der 47-Jährige.

Der frühere FIFA-Schiedsrichter äußerte zudem Zweifel an der Auslegung der neuen Regel. Im Februar hatten die Regelhüter des IFAB (International Football Association Board) die Bestimmungen zur sogenannten „Mistaken Identity“ erweitert. Künftig darf der VAR nicht nur bei einer Verwechslung innerhalb einer Mannschaft eingreifen, sondern auch, wenn die falsche Mannschaft bestraft wurde. Ob diese Regeländerung auf den konkreten Vorfall im WM-Spiel anwendbar ist, ließ selbst Ittrich offen.

„Da muss man wirklich abwarten“, erklärte der Schiedsrichter-Experte und verwies darauf, dass die FIFA entsprechende Fragen oft erst im Nachhinein klärt. Die Komplexität der Situation zeigte sich auch in Ittrichs Aussage: „Ich hatte mein Handy heute Morgen voll mit Nachrichten zu der Szene, und jeder hat eine andere Meinung.“ Sein Fazit war eindeutig: „Der Prozess war komplett schlecht.“ Auch Schiedsrichter Danny Makkelie wirkte sichtbar verunsichert. „Der weiß selbst gar nicht, was los ist. Das ist schon kurios“, sagte Ittrich abschließend. Die Diskussion um den Videobeweis wird die WM somit schon früh begleiten.

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