Yann Bisseck feiert Comeback bei Inter Mailand
Nach einem enttäuschenden Saisonstart hat sich ein DFB-Youngster bei seinem Klub wieder in den Vordergrund gespielt. Die Presse feiert den Wiederauferstandenen.
Mailand – Julian Nagelsmann wird in den letzten Tagen genau nach Mailand geschaut haben und dabei eine erfreuliche Nachricht vernommen haben. Yann Bisseck hat sich bei Inter Mailand eindrucksvoll zurückgemeldet, nachdem seine Situation zuletzt fast aussichtslos erschien. Bisseck war einer der großen Verlierer des Trainerwechsels von Simone Inzaghi zu Christian Chivu.
Während der Innenverteidiger in der vergangenen Saison noch Stammspieler war – im Sommer soll es sogar ein 30-Millionen-Angebot aus England gegeben haben – setzte Chivu zu Saisonbeginn nicht auf ihn. Bis zum achten Spieltag wurde Bisseck in der Serie A lediglich einmal eingesetzt. Der Frust bei dem 24-Jährigen war entsprechend groß, und Berichten zufolge dachte er sogar über einen Winterwechsel nach, um seine Chancen auf eine WM-Teilnahme mit der deutschen Nationalmannschaft zu wahren.
Doch plötzlich folgte die Wende: Sowohl in der Champions League gegen Union Saint-Gilloise (4:0) als auch in der Liga gegen die AC Florenz (3:0) und Hellas Verona (2:1) spielte Bisseck über 90 Minuten und war als zentraler Verteidiger in der Dreierkette der Taktgeber der Chivu-Elf. Der gebürtige Kölner wusste in allen Spielen zu überzeugen und erhielt viel Lob von der italienischen Presse.
„Bisseck kehrt als Gigant ins Zentrum zurück“, titelte die Gazzetta dello Sport. Sein Auftritt sei eine „wunderbare Überraschung“ gewesen. „Er ist eine hervorragende Alternative für Chivu in der Gegenwart und verspricht eine vielversprechende Zukunft für die Abwehr von Inter.“ Besonders beeindruckend: Mit seinen starken Leistungen hat er die erfahrenen Spieler Francesco Acerbi und Stefan de Vrij zumindest vorübergehend verdrängt.
„Der Deutsche besteht die Prüfung mit Bravour“, lobt auch Calciomercato. Sollte Bisseck weiterhin regelmäßig zum Einsatz kommen, würden seine Chancen, vor der Weltmeisterschaft 2026 erneut in den DFB-Kader von Nagelsmann berufen zu werden, erheblich steigen. Erst im März feierte er sein Debüt in der Nationalmannschaft und spielte 13 Minuten gegen Italien (3:3). Seitdem wurde er vom Bundestrainer jedoch nicht mehr berücksichtigt.