Borussia Dortmund im DFB-Pokal: Trainer Kovač vor Herausforderung
Borussia Dortmund steht im DFB-Pokal vor einer anspruchsvollen Aufgabe gegen RW Essen. Trainer Niko Kovač sieht sich mit einem Abwehrnotstand konfrontiert und hat bereits seine voraussichtliche Aufstellung bekannt gegeben.
Die Pflichtspielsaison für Borussia Dortmund beginnt am Montagabend um 20:45 Uhr bei RW Essen, einem ambitionierten Drittligisten, der unter Flutlicht auf die Herausforderung wartet. Kovač erinnerte in der Pressekonferenz am Freitag daran, dass Dortmunds U23 vor wenigen Monaten noch in derselben Liga spielte.
Der Cheftrainer betont die Notwendigkeit, die richtige Balance zwischen Selbstbewusstsein und Demut zu finden. Die Zielsetzung ist klar: „Jeder, der schon einmal ein Endspiel als Spieler oder Trainer erlebt hat, kennt die Schönheit dieses Spiels“, sagte Kovač. „Wir wollen als BVB so weit wie möglich kommen und das Endspiel gewinnen. Sechs Spiele gewinnen und du holst den Cup – leichter gesagt als getan.“
Die personelle Lage beim BVB ist angespannt. Aufgrund von Verletzungen von Emre Can, Nico Schlotterbeck und Niklas Süle ist die Abwehr stark geschwächt, während in anderen Mannschaftsteilen Kovač über zahlreiche Optionen verfügt. „Ich freue mich darüber, dass ich Kopfschmerzen habe. Schlimm wäre es, wenn es umgekehrt und zu einfach wäre“, erklärte der Kroate.
Trotz der Ausfälle wird in der Abwehr an einer Dreierkette festgehalten. Neben Waldemar Anton und Ramy Bensebaini könnte Kovač zwischen Filippo Mane und Julian Ryerson wählen. Mane gilt als großes Talent, hat jedoch mit seinen 20 Jahren noch kein Pflichtspiel für den BVB bestritten. „Es ist wie im Leben: Chancen und Risiken sind immer dabei, wenn man Entscheidungen trifft“, fügte Kovač hinzu.
Mane habe „in der Vorbereitung sehr gute Leistungen gezeigt“ und sei fit genug. „Wenn wir ihm jetzt nicht die Möglichkeit geben, in einem Erstrundenspiel im Pokal gegen einen Drittligisten zu spielen ... Er kann das. Sollte im Training nichts Unerwartetes passieren, wird er das Vertrauen bekommen“, deutete Kovač an, dass Mane die Chance erhalten könnte.
Im Härtetest gegen Juventus (1:2) hatte der Trainer nach Süles Verletzung Ryerson ins Zentrum gezogen und Yan Couto auf die rechte Flügelposition gestellt. Diese Variante könnte auch gegen Essen zum Einsatz kommen. Im Mittelfeld und Angriff stehen Kovač viele Optionen zur Verfügung, da nur Julien Duranville für die Saison ausfällt.
Die voraussichtliche Aufstellung lautet: Kobel – Mane (Ryerson), Anton, Bensebaini – Ryerson (Couto), Nmecha, Groß, Svensson – Bellingham – Guirassy, Adeyemi.
Im zentralen Mittelfeld wird Kovač voraussichtlich zwischen Jobe Bellingham, Julian Brandt, Pascal Groß, Felix Nmecha und Marcel Sabitzer wählen. Alle sind flexibel genug, um verschiedene Rollen einzunehmen. Bellingham, als einziger prominenter Neuzugang, dürfte gesetzt sein, während die anderen Positionen offen sind.
Im Angriff stellt sich die Frage, ob Karim Adeyemi oder Maximilian Beier neben Serhou Guirassy beginnen wird. Beier erzielte gegen Juventus ein sehenswertes Tor, während Adeyemi 60 Minuten als Teil der möglichen Startelf auf dem Platz stand. Unklar bleibt, ob Kovač im Tor auf Stammkeeper Gregor Kobel oder auf Ersatzmann Alexander Meyer setzt, um ihm Spielpraxis zu geben.