Borussia Mönchengladbach: Diskussion über Stadionnamensrechte
Borussia Mönchengladbach unterscheidet sich in einer wichtigen Hinsicht von anderen Bundesligisten. Besteht die Möglichkeit, dass die Fohlen ihr Alleinstellungsmerkmal aufgeben?
Mönchengladbach – Im Rahmen der Vermarktung ihrer Klubs suchen die Bundesligisten nach innovativen Wegen, um ihre Einnahmen zu steigern und ihre sportliche Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Borussia Mönchengladbach ist einer der wenigen Vereine, der bislang auf die Vermarktung seines Stadionnamens verzichtet hat. Dies könnte sich jedoch bald ändern.
Gladbach gehört zu den lediglich drei Vereinen, die ihren Stadionnamen noch nicht vermarktet haben. Während der FC Bayern seit Jahren in der Allianz Arena spielt, Borussia Dortmund im Signal Iduna Park beheimatet ist und Eintracht Frankfurt mittlerweile im Deutsche Bank Park statt der Commerzbank Arena spielt, bleibt der Gladbacher Stadionname Borussia-Park.
Dieser Sonderweg steht für Tradition, stellt jedoch auch eine wirtschaftliche Lücke dar. Die Bundesliga-Klubs generieren jährlich Millionenbeträge durch die Vermarktung ihrer Stadionnamen, die in vielerlei Hinsicht als große Werbeflächen fungieren. Dennoch haben die Verantwortlichen nie gänzlich ausgeschlossen, den Stadionnamen zu verkaufen.
Wie die Rheinische Post berichtet, wird bei Borussia Mönchengladbach bereits seit Monaten über die Vermarktung der Namensrechte diskutiert. In diesem Zusammenhang wurde das Unternehmen Ista genannt, ein Energiedienstleister aus Essen, der bis 2031 als Nachhaltigkeitspartner fungiert. Neben Gladbach haben auch der FC St. Pauli und Union Berlin bisher darauf verzichtet, ihren Stadionnamen zu vermarkten.
Den Berichten zufolge könnte der Stadionname jedoch nur ergänzt werden. Im Falle einer Einigung mit Ista könnte die Fohlen-Elf künftig im „Ista Borussia-Park“ spielen. Aus Sicht der Fans wäre dies eine akzeptable Änderung des Stadionnamens, da der auf dem Papier existierende Sponsor im alltäglichen Sprachgebrauch vermutlich oft weggelassen würde.
Durch eine solche Lösung könnte der Klub seinen Sonderweg verlassen und gleichzeitig die Tradition des Borussia-Parks bewahren. Eine ähnliche Lösung wäre möglicherweise auch den Fans in Dortmund und Frankfurt lieber gewesen, die bis heute von Westfalenstadion beziehungsweise Waldstadion sprechen, wenn sie ihr nächstes Heimspiel besuchen.
Eine mögliche Vermarktung des Stadionnamens, die frühestens 2026/27 stattfinden könnte, wäre ein erster Schritt in Richtung Modernisierung. Bisher waren die Gladbacher eine seltene Ausnahme in der Bundesliga. Es gilt, neue Potenziale zu erschließen, um wirtschaftlich zu wachsen und die Rückentwicklung der vergangenen Jahre umzukehren.