DFB und Jürgen Klopp: Erfolgreiche Verhandlungen in New York

DFB und Jürgen Klopp: Erfolgreiche Verhandlungen in New York

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und Jürgen Klopp haben sich in einem Flughafenhotel nahe des JFK-Airports zu einem über vierstündigen Gespräch getroffen. DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Bundesligaboss Hans-Joachim Watzke kehrten nach einem 24-Stunden-Trip aus New York zurück, wobei sie in unterschiedlichen Maschinen flogen – Neuendorf eine Stunde nach Watzke in einem Airbus A340-300 der Lufthansa, während Watzke zunächst mit Singapore Airlines reiste.

Die beiden Verhandlungsführer waren am Vortag gemeinsam von Frankfurt nach New York geflogen, um Klopp und seinen Berater Marc Kosicke zu treffen. Die Gespräche verliefen offenbar erfolgreich, was durch Informationen von Absolut Fussball und der Frankfurter Rundschau bestätigt wird.

Neuendorf könnte einen späteren Rückflug gewählt haben, um letzte finanzielle Details mit Klopp und Kosicke zu klären, der seit zwei Jahrzehnten an Klopps Seite steht. Berichten zufolge gab es keine größeren Differenzen, und Klopp zeigte sich dem DFB entgegenkommend, wie es Watzke zuvor angedeutet hatte.

Obwohl die beiden Parteien in großen Linien Einigkeit erzielt haben, stehen noch Verhandlungen mit Klopps jetzigem Arbeitgeber, Red Bull, aus. Der DFB plant, diese Gespräche zügig voranzutreiben und wird bald ein Treffen mit RB-Co-Boss Oliver Mintzlaff anstreben. Vorteilhaft ist, dass Mintzlaff und Neuendorf beide in Bonn wohnen und Watzke ebenfalls in der Nähe beheimatet ist. Zudem wird Mintzlaff Klopp und Kosicke in den USA treffen, wo Klopp weiterhin als TV-Experte tätig ist.

Mintzlaff, der zuvor Geschäftsführer von RB Leipzig war, hatte Klopp im Oktober 2024 überzeugt, als „Head of Global Soccer“ für Red Bull zu arbeiten. Der Vertrag, der ursprünglich bis 2029 lief, könnte nun vorzeitig zugunsten des DFB beendet werden.

Die Ankunft und Abfahrt des Treffens wurde von einem Fotoreporter der „Bild“-Zeitung dokumentiert, der Klopp und Kosicke in einem Café des Hotels sowie Neuendorf und Watzke mit Gepäck auf dem Weg zum Termin festhielt.

Ein Thema der Gespräche war auch Klopps mögliche Rolle als Markenbotschafter von Red Bull. Diese Pläne, die eine Ablösesumme in zweistelliger Millionenhöhe vermeiden sollen, wurden sowohl von der Fanorganisation „Unsere Kurve“ als auch von Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger kritisiert. Zwanziger bezeichnete dies als „No-Go“ und betonte, dass Klopp, wenn ihm die Rolle als Bundestrainer wichtig sei, alle anderen Verpflichtungen aufgeben müsse.

Der DFB sieht dies jedoch weniger kritisch und verweist darauf, dass Klopp seit elf Jahren als Markenbotschafter der Deutschen Vermögensberatung arbeitet, ohne dass es dabei zu Problemen mit seinen Arbeitgebern kam. Auch eine Einflussnahme von Red Bull wird vom DFB ausgeschlossen.

Es wird erwartet, dass Klopp zukünftig häufiger auf dem DFB-Campus in Frankfurt anzutreffen sein wird, insbesondere da er nach seinem Engagement in Liverpool mit seiner Frau in Wiesbaden lebt, was die Anreise erleichtert.

In den Gesprächen hat Klopp möglicherweise auch seine Bereitschaft signalisiert, sich über die A-Nationalmannschaft hinaus um die Entwicklung des deutschen Fußballs zu kümmern. Als globaler Fußballchef von Red Bull hat er wertvolle Einblicke gewonnen, und seine enge Beziehung zu DFB-Nachwuchschef Hannes Wolf könnte sich als vorteilhaft erweisen.

Im Nachwuchsbereich gibt es bereits positive Entwicklungen: Die deutschen U17-Junioren wurden 2023 sowohl Europa- als auch Weltmeister, die U19 erreichte das EM-Finale gegen Spanien, und die U21 wurde Vize-Europameister. Klopp plant, sich die Situation genau anzusehen, bevor er Reformvorschläge unterbreitet.

Für die A-Nationalmannschaft strebt Klopp an, seinen „Heavy-Metal-Fußball“ aus Dortmunder Zeiten wiederzubeleben und auf schnellere Spieler zu setzen. Der DFB erwartet, dass Klopp strategisch klug in die verschiedenen Arbeitsbereiche eintaucht und seine Erfahrungen einbringt.

Topics

Related news