Eintracht Frankfurt: Ansgar Knauffs Bedeutung für die Zukunft des Vereins

Eintracht Frankfurt: Ansgar Knauffs Bedeutung für die Zukunft des Vereins

Nur zwei Spieler sind länger bei Eintracht Frankfurt als Ansgar Knauff. Der Sportvorstand Markus Krösche wird gefragt, ob Knauff der „ewige Ansgar“ werden könnte.

Frankfurt – Timothy Chandler und Jens Grahl sind die dienstältesten Spieler von Eintracht Frankfurt, gefolgt von Ansgar Knauff. Mit seinen 24 Jahren ist Knauff im Vergleich zu Chandler und Grahl, die sich dem Karriereende nähern, noch ein Jungspund. Der gebürtige Göttinger hat bereits 190 Pflichtspiele für die Hessen und Borussia Dortmund absolviert und bringt somit viel Erfahrung mit.

Als Held der Europa League hat sich Knauff inzwischen einen festen Platz im Team erarbeitet. Er hat sich in der Hierarchie leise nach oben gearbeitet und gilt als Vorbild für Talente. In schwierigen Phasen zeigt er sich öffentlich stark. Seine Willensstärke, Teamfähigkeit, Flexibilität, Druckresistenz und Schnelligkeit zeichnen ihn aus. Je herausfordernder die Situation, desto besser zeigt er sein Können.

Ob der Gegner nun FC Barcelona, Real Madrid oder SC Freiburg heißt, Knauff ist immer zur Stelle, wenn es darauf ankommt. Sein entscheidendes Tor am letzten Spieltag im Breisgau gab dem Team neuen Glauben an den Champions-League-Einzug. Auch seine Tore im April 2022 waren entscheidend für die beeindruckenden Siege in Barcelona und London.

Robin Koch beschrieb auf Anfrage von Absolut Fussball den Wert von Knauff: „Er ist einer der am längsten im Team und hat auf dem Platz seine Leistung konstant abgerufen. Ansgar ist auch in der Kabine sehr wichtig. Er ist etwas ruhiger, versteht aber genau, worum es geht.“ Der Abwehrspieler traut ihm zu, in eine „Führungsrolle“ hineinzuwachsen, „wenn er nicht bereits im erweiterten Kreis ist“.

Ein Platz im Mannschaftsrat könnte ein Zeichen für seine wachsende Bedeutung sein. Mit Rasmus Kristensen und Nathaniel Brown hat Eintracht „Qualität und Mentalität“ verloren, wie Koch treffend bemerkte. Diese beiden waren Teil der sechs Kapitäne, die von Ex-Coach Albert Riera bestimmt wurden. Daher gibt es Platz in der sich neu formierenden Hierarchie des Vereins. Trainer Adi Hütter plant, bis zum Ende des Trainingslagers in Grassau Gespräche mit jedem Spieler zu führen.

Für die Fans von Eintracht sind Spieler wie Knauff von großer Bedeutung. Sie verzeihen technische Mängel, da er immer für das Team kämpft, sein Herz auf dem Platz lässt und die Defensivarbeit nicht vernachlässigt. Zudem erzielt er jede Saison zweistellige Scorerpunkte. Trainer Adi Hütter benötigt inmitten des Umbruchs eine gewisse Konstanz und Verlässlichkeit – Eigenschaften, die kaum ein anderer Spieler wie Knauff verkörpert.

Kann er eines der Gesichter des Vereins werden? Das liegt in den Händen von Sportvorstand Markus Krösche. Bei dieser Personalie handelt es sich um eine Grundsatzentscheidung. Möchte Eintracht Frankfurt Knauffs bis 2028 laufenden Vertrag zu fairen Konditionen langfristig verlängern und ihn zum „ewigen Ansgar“ machen? Dann sollten die Gespräche spätestens nach der Transferperiode intensiviert werden.

Krösche weiß, wie wichtig eine gut funktionierende und gesunde Achse für den Erfolg ist. Genau diese hat der Eintracht in der vergangenen Saison aus verschiedenen Gründen gefehlt. Knauff kennt den Klub nach viereinhalb gemeinsamen Jahren sehr gut und fühlt sich im Herzen von Europa äußerst wohl. Aus dem gebürtigen Göttinger ist ein „Frankfurter Bubb“ geworden.

Während viele Spieler kommen und schnell wieder gehen, hat Knauff einen anderen Antrieb. Für ihn sind neben der sportlichen Perspektive auch der Wohlfühlfaktor und das gesamte Umfeld entscheidend. Dennoch ist es wichtig, Wertschätzung auszudrücken – und zwar nicht nur finanziell. Welche Rolle soll Knauff in der Zukunft einnehmen? Sehen die Verantwortlichen in ihm einen Schlüsselspieler für die kommenden Jahre? Knauff hat der Eintracht viel gegeben, nun liegt es an der Eintracht, ihm etwas zurückzugeben.

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