Kontroversen um Leroy Sané im DFB-Kader für die WM
Der 26-köpfige Kader des DFB für die Fußball-Weltmeisterschaft steht fest. Eine Personalie sorgte nach der Bekanntgabe von Bundestrainer Julian Nagelsmann für besonders hitzige Diskussionen.
München – Anstelle von Said El Mala und Chris Führich wurde Leroy Sané nominiert, was am Donnerstag für kontroverse Debatten sorgte. Fragen stehen im Raum: Nimmt Nagelsmann einen Spieler mit, der seine Leistungsgrenze nicht oft genug erreicht? Oder könnte Sané sich als wertvolle Waffe für die DFB-Elf entpuppen?
Bundestrainer Nagelsmann scheint die zweite Möglichkeit zu favorisieren. Zwar räumte er zu Beginn seiner Verteidigung für Sané ein, dass dessen „Quote auf Vereinsebene zu niedrig war“, fügte jedoch hinzu: „In den letzten vier Spielen hat er bei uns fünf Scorer-Punkte gesammelt. Ich muss natürlich auch die Leistung in der Nationalmannschaft bewerten.“
Die Entscheidung fiel also letztlich zugunsten des umstrittenen Spielers, was viele Fans jedoch nicht nachvollziehen konnten. Auch Lothar Matthäus, der deutsche Rekordnationalspieler, äußerte sich kritisch. Im Gespräch mit der Bild erklärte der fünfmalige WM-Teilnehmer: „Ich hätte ihn nicht nominiert.“ Matthäus begründete seine Meinung kurz und prägnant: „Er ist nicht einmal Stammspieler bei Galatasaray. Er hat die Erwartungen bei weitem nicht erfüllt.“
Ein bekanntes Problem von Sané, dem oft das Potenzial zur Weltklasse zugeschrieben wird, ist seine Körpersprache. Nagelsmann ist sich dessen bewusst: „Er ist ein Spieler, bei dem man oft mehr sieht, was er nicht bringt, weil er manchmal eine gewisse Ausstrahlung hat.“ Genau hier möchte der Bundestrainer ansetzen.
Abschließend verriet Nagelsmann sein Vorhaben mit Sané: „Ich kenne ihn schon lange, habe einen guten Draht zu ihm und traue mir zu, ihn so zu motivieren, dass am Ende der WM mehr positive Stimmen über ihn zu hören sein werden als negative.“ Ein Glaube, den Lothar Matthäus – und viele DFB-Fans – jedoch nicht teilen.