Kritik und Beifall für Julian Nagelsmanns Umgang mit Leroy Sané
Julian Nagelsmann, der Bundestrainer der deutschen Fußballnationalmannschaft, sieht sich sowohl Kritik als auch Beifall für seine Entscheidungen bezüglich Leroy Sané gegenüber. Der Trainer, der von 2021 bis 2023 beim FC Bayern München tätig war, hat immer eine hohe Meinung von dem talentierten Dribbler Sané gehabt, kennt jedoch auch die Herausforderungen, die mit dessen sensibler Natur einhergehen.
Nach Sanés Wechsel zum türkischen Doublesieger Galatasaray Istanbul, der international Ambitionen hegt, nominierte Nagelsmann den Spieler nicht für die ersten vier WM-Qualifikationsspiele, die von mäßigen Leistungen geprägt waren. Für die letzten beiden entscheidenden Partien gegen Luxemburg und die Slowakei wurde Sané jedoch wieder in den Kader berufen.
Die Entscheidung, Sané und auch den ehemaligen FCB-Nachwuchsspieler Angelo Stiller nicht zu nominieren, führte zu einem heftigen Shitstorm aus den Medien und Expertenkreisen, was Nagelsmann sichtlich überraschte. In einer Pressekonferenz äußerte er sich daher ungewöhnlich direkt über Sané und bestätigte die Bedenken seiner Kritiker.
„Es hängt auch von der Profilierung ab. Wenn wir auf der Position sechs oder sieben Spieler hätten, wäre es deutlich schwieriger für ihn. Leroy weiß, was gefragt ist. Er ist sich bewusst, dass er unter meiner Führung in der Nationalmannschaft nicht unendlich viele Chancen hat, sich zu beweisen. Das habe ich ihm auch klar gesagt“, erklärte Nagelsmann. Diese Offenheit brachte ihm sowohl Zustimmung als auch Kopfschütteln ein.
Besonders kritisch äußerte sich Matthias Sammer, der frühere Sportvorstand des FC Bayern, in einer Talkshow. Er zeigte kein Verständnis für Nagelsmanns direkte Ansprache und betonte, dass Individualisten wie Sané besondere Zuwendung benötigen. „Ich würde nicht öffentlich die Beziehungsebene infrage stellen und ihm sagen, dass es möglicherweise seine letzte Chance ist. Das wäre nicht mein Ansatz“, so Sammer.
Sammer fügte hinzu, dass Spieler wie Sané ein ehrliches Vertrauen spüren müssen, um Höchstleistungen zu erbringen. Mangelnde Einstellung sei Sané nie vorzuwerfen gewesen, jedoch neige er dazu, bei einem schlechten Spielstart unter Druck zu verkrampfen.