Neue Regeln für den Video-Assistenten in der Bundesliga
Der irreguläre Anschlusstreffer von RB Leipzig beim 0:6 gegen den FC Bayern in München sorgte für zahlreiche Diskussionen über die Anwendung des Video-Assistenten (VAR). Zukünftig wird die Regelung für solche Szenen klarer definiert sein.
Nach den Verwirrungen rund um die VAR-Anwendung beim Bundesliga-Auftaktspiel hat das International Football Association Board (IFAB) die Einsatzregeln des Video-Assistenten präzisiert. In Absprache mit dem Deutschen Fußballverband (DFB) wurde festgelegt, dass der VAR nun auch eingreifen darf, wenn ein Spieler den Ball bei der Ausführung einer Spielfortsetzung regelwidrig zweimal spielt oder berührt, ohne dass der Schiedsrichter dies ahndet. Wenn diese Aktion zu einem Tor oder einem Strafstoß für das Team des Spielers führt, kann der VAR eingreifen. Diese Informationen wurden am Mittwoch vom DFB veröffentlicht.
Ein entsprechender Vorfall ereignete sich am Freitagabend während der Saisoneröffnung in der Allianz Arena in München. Der Innenverteidiger von RB Leipzig, Castello Lukeba, hatte einen Freistoß nicht regelkonform ausgeführt und sich den Ball mehrmals selbst vorgelegt. Im Anschluss erzielten die Sachsen in der 66. Minute das vermeintliche 1:4. Das Schiedsrichterteam um Florian Badstübner bemerkte dies zunächst nicht, bis sich die Bayern-Spieler, insbesondere Joshua Kimmich, vehement beschwerten. Der VAR schaltete sich mit Verzögerung ein, und das Tor wurde zu Recht zurückgenommen.
Obwohl die Entscheidung als „korrekt“ bezeichnet wurde, entsprach der Hinweis des VAR nicht dem bisherigen Protokoll. Der DFB erklärte, dass das zweimalige Spielen des Balls bei einer Spielfortsetzung nicht mehr als „zusammenhängender Vorgang“ betrachtet wird. Stattdessen gilt der erste Kontakt nun als Beginn der Angriffsphase, und der folgende regelwidrige zweite Kontakt des selben Spielers wird als Vergehen in dieser Phase gewertet. Bisher durfte der VAR nur in der unmittelbaren Angriffsphase vor einem Tor eingreifen.
„Die Klarstellung des IFAB schafft mehr Fairness und Rechtssicherheit“, sagte Jochen Drees, der VAR-Leiter des DFB. Er hatte sich an die Regelhüter des IFAB gewandt: „So selten eine Situation wie die in München auch vorkommen mag, es ist wichtig, dass der VAR die offizielle Erlaubnis und die Pflicht hat, einzugreifen und zu verhindern, dass ein klar irreguläres Tor anerkannt wird.“ Diese Regelanpassung wird von vielen Fußballanhängern als sinnvoll erachtet. Ein Lob gebührt den Verantwortlichen für ihre schnelle Reaktion, die zukünftige, absurde Diskussionen überflüssig macht.