Polanski bringt frischen Wind zu Borussia Mönchengladbach

Polanski bringt frischen Wind zu Borussia Mönchengladbach

Die Aufstellung von Borussia Mönchengladbach vor einem Bundesligaspiel bleibt nicht nur für die Fans ein Rätsel, sondern auch für die Gegner.

Mönchengladbach – Eugen Polanski hat bei Borussia Mönchengladbach frischen Wind hineingebracht. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Gerardo Seoane zeigt der ehemalige Profi mehr Emotionen an der Seitenlinie, ist in den Gesprächen mit den Medien entspannter und insbesondere kreativer bei der Auswahl seiner Startelf.

Seoane hatte in der letzten Saison einen stabilen Mannschaftskern aufgebaut, dem er weitgehend vertraute. Unter Polanski wurden die Karten jedoch neu gemischt, und der frühere U23-Trainer musste zudem auf die beiden einzigen fitten Flügelspieler, Robin Hack und Franck Honorat, verzichten, die seit mehreren Wochen verletzt sind.

Dies führte dazu, dass die Aufstellung bei Polanskis Bundesliga-Debüt gegen Bayer Leverkusen zu einem Rätsel wurde. Mit Rocco Reitz, Yannik Engelhardt, Jens Castrop und Kevin Stöger standen vier Mittelfeldspieler auf dem Platz, ergänzt durch die Innenverteidiger Kevin Diks, Nico Elvedi und Fabio Chiarodia sowie die Außenverteidiger Joe Scally und Lukas Ullrich. Während eine Dreierkette naheliegend schien, war die Anordnung im Mittelfeld die große Unbekannte.

Die Änderungen für das Heimspiel gegen den SC Freiburg sorgten erneut für Verwirrung. Fabio Chiarodia fehlte aufgrund eines Faserrisses in den Adduktoren, weshalb zunächst Philipp Sander oder Yannik Engelhardt in der Dreierkette erwartet wurden. Polanski entschied sich jedoch, vom 3-4-2-1 auf ein 4-2-3-1 umzustellen, mit Sander und Engelhardt auf der Doppelsechs sowie Reitz und Castrop auf den Flügeln.

Polanski bleibt in Bezug auf die Formation flexibel und orientiert sich hauptsächlich an fußballerischen Prinzipien, während er je nach Gegner strukturelle Anpassungen vornimmt. Freiburgs Trainer Julian Schuster, der Polanski vom Fußballlehrer-Lehrgang kennt, hatte Schwierigkeiten, die Gladbacher Startelf zu deuten.

„Die Herausforderung vor dem Spiel war wirklich, die Mannschaft auf den Gegner vorzubereiten“, sagte Schuster auf der Pressekonferenz nach dem torlosen Unentschieden im Borussia-Park. „Es war natürlich anspruchsvoller, weil wir nicht genau wussten, wie Eugen seine Mannschaft aufstellen wird. Aufgrund der kurzen Zeit nach dem Spiel am Donnerstag (1:1 in der Europa League gegen Bologna) war das für uns nicht ganz einfach.“

Der SC Freiburg hatte die Borussia „nicht so erwartet, wie sie dann angefangen haben“, gestand Schuster. Gladbach agierte gegen den Ball in einem kompakten 4-4-2, setzte ab der Mittellinie Druck auf und überließ den Freiburgern das Spiel. „Sie haben diszipliniert verteidigt. In der eigenen Hälfte haben wir es okay gemacht, aber in Richtung gegnerisches Tor war es nicht gut genug“, fasste Schuster zusammen.

Bei den Fans sammelt Polanski mit seiner Herangehensweise Pluspunkte. Die Rückkehr von Florian Neuhaus in die Startelf wurde mit großem Applaus im Stadion gefeiert, und U23-Stürmer Jan Urbich feierte nach seiner Einwechslung für Haris Tabaković in der 69. Minute sein Bundesliga-Debüt. Dennoch stößt Polanski mit dem aktuellen Kader an seine Grenzen. Ohne Hack, Honorat, Giovanni Reyna und Tim Kleindienst fehlt es an zu viel Qualität, was sich in den ausbleibenden Siegen niederschlägt und die Möglichkeit einer vorzeitigen Beförderung einschränkt.

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