Trainerwechsel bei Borussia Mönchengladbach: Eugen Polanski übernimmt interimistisch
Vorläufig übernimmt Eugen Polanski die Aufgaben von Gerardo Seoane bei Borussia Mönchengladbach. Der Verein könnte jedoch in naher Zukunft einen neuen Trainer verpflichten – die Frage bleibt, wer dies sein könnte.
Mönchengladbach – Das Rheinland ist derzeit die am stärksten umkämpfte Region im deutschen Fußball. Nach nur zwei Spieltagen trennte sich Bayer Leverkusen von Erik ten Hag, und nach dem dritten Bundesliga-Spieltag musste auch Gerardo Seoane seine Koffer bei Borussia Mönchengladbach packen.
Während Leverkusen in der Länderspielpause den ehemaligen dänischen Nationaltrainer Kasper Hjulmand verpflichtete, setzt Gladbach zunächst auf U23-Trainer Eugen Polanski.
Polanski hat es gleich zum Auftakt mit der Werkself zu tun (Sonntag, 17:30 Uhr) und könnte auch in der darauffolgenden Woche gegen Eintracht Frankfurt auf der Trainerbank sitzen. Ob Polanski die Möglichkeit erhält, sich für eine dauerhafte Beförderung zum Cheftrainer zu empfehlen, oder ob Gladbach während der Länderspielpause einen neuen Coach verpflichtet, bleibt abzuwarten.
Letzteres Szenario ist jedoch durchaus möglich. Polanski wird viel Potenzial nachgesagt und galt 2023 als Kandidat für die Nachfolge von Daniel Farke. Dennoch ist der frühere Mittelfeldspieler als Trainer in der Bundesliga ein Neuling, und in der aktuellen Situation könnte Erfahrung entscheidend sein, um Borussia in ruhigere Gewässer zu führen.
Eine berechtigte Frage bleibt zudem, welcher Trainer bereit wäre, die anspruchsvolle Aufgabe am Niederrhein zu übernehmen. Roger Schmidt könnte beispielsweise nach höheren Aufgaben streben, während einige Fans eine Rückkehr von Marco Rose für denkbar halten – eine Option, die jedoch im großen Borussia-Umfeld schwer zu vermitteln wäre.
Ein Blick auf die Bundesliga offenbart nur eine begrenzte Anzahl potenzieller Trainer. Wäre Edin Terzić tatsächlich bereit, zur schwarz-weiß-grünen Borussia zu wechseln? Passt Urs Fischer mit seinem Fokus auf Defensivarbeit zur Fohlen-Elf? Könnte der Pressingfußball von Bo Svensson und Ralph Hasenhüttl mit dem aktuellen Kader harmonieren?
Jess Thorup erzielte beim FC Augsburg lediglich 1,26 Punkte pro Spiel, und Pellegrino Matarazzo konnte das Potenzial des VfB Stuttgart nicht ausschöpfen, was in 67 Spielen mit der TSG Hoffenheim zu 119 Gegentoren führte – dies spricht nicht für den US-Amerikaner.
Benötigt Gladbach eine kreative Lösung? Ruud van Nistelrooy war in der Saison 2022/23 Trainer der PSV Eindhoven, fungierte von Oktober bis November 2024 als Interimstrainer von Manchester United und war von Dezember 2024 bis Juni 2025 bei Leicester City tätig. Tim Walter konnte mit seinem Risikofußball den HSV nicht in die Bundesliga führen und war anschließend nur von Juli bis November 2024 bei Hull City aktiv.
Das Gerücht um Martín Demichelis deutet auf einen Blick über den Tellerrand hinaus hin und könnte möglicherweise zu Raphael Wicky führen, der von Juli 2022 bis März 2024 bei Seoanes ehemaligem Klub BSC Young Boys tätig war und in seiner Debütsaison das Double gewann.
Auch Danny Röhl, der Hansi Flick beim FC Bayern und der deutschen Nationalmannschaft assistiert hat und von Oktober 2023 bis Juli 2025 für Sheffield Wednesday tätig war, könnte in Betracht gezogen werden. Oder könnte Polanski am Ende wie André Schubert, der 2015 vom U23-Coach zum Cheftrainer aufstieg und Gladbach sogar in die Champions League führte, den Sprung schaffen?