Edin Terzić als potenzieller Trainer für Borussia Mönchengladbach
Nach der Entlassung von Gerardo Seoane wird Edin Terzić als mögliche Trainerlösung für Borussia Mönchengladbach gehandelt. Der ehemalige Coach von Borussia Dortmund wird häufig unterschätzt, könnte jedoch die ideale Wahl sein.
Dortmund/Mönchengladbach – Trainerwechsel im September sind in der Bundesliga eher selten, doch bei Borussia Mönchengladbach ist es nun geschehen: Gerardo Seoane wurde entlassen, und Eugen Polanski übernimmt zunächst als Interimscoach. Der U23-Trainer hat die Gelegenheit, sich bei den Profis zu beweisen, während Roland Virkus den Trainermarkt im Auge behält.
Unter den möglichen Kandidaten für die Gladbacher Trainerposition wird auch Edin Terzić genannt. Allerdings stoßen seine Chancen bei den Fans auf Skepsis, ähnlich wie bei anderen Anwärtern. Dabei hat der 42-Jährige mehr Erfolge vorzuweisen als Polanski und viele andere Bewerber für den Chefposten in Gladbach.
Terzić führte Dortmund 2024 ins Champions-League-Finale und verpasste im Jahr zuvor nur knapp die Deutsche Meisterschaft. 2021 gewann er als Interimscoach den DFB-Pokal, nachdem er in einer Krisensaison vom Co-Trainer von Lucien Favre zum Cheftrainer aufgestiegen war. Seine Bilanz kann sich sehen lassen.
Es ist unverständlich, warum seine Leistungen in der deutschen Fußballöffentlichkeit oft klein geredet werden. Terzić's größte Stärke liegt weniger in seinen taktischen Fähigkeiten, sondern vielmehr in seiner emotionalen Ausstrahlung. Er wäre ein Gegenentwurf zu dem eher kühlen Seoane, der es in Gladbach nie schaffte, eine Bindung zu den Fans aufzubauen. Genau hierin könnte die große Chance für Borussia liegen.
„Es ist wichtig, dass wieder Überzeugung ins Team kommt und eine Ausstrahlung vom Trainer ausgeht, die sich auf die Mannschaft überträgt“, erklärte die Moderatorin und Gladbach-Anhängerin Lisa Tellers in einem exklusiven Interview mit Absolut Fussball, dem Fußball-Portal von Home of Sports. Terzić zeichnet sich durch seine Leidenschaft und Authentizität aus, die beim BVB unbestritten waren.
Die Frage bleibt, ob es dem leidenschaftlichen BVB-Fan Terzić gelingen könnte, auch bei der „anderen“ Borussia diese Glaubwürdigkeit zu vermitteln. Unbestritten ist jedoch, dass er als Trainertyp für das steht, was der Fohlenelf abhandengekommen ist. Die Bereitschaft für eine neue Herausforderung ist beim gebürtigen Sauerländer auf jeden Fall vorhanden.
„Wenn es passt, kann es sofort losgehen“, sagte Terzić in dieser Woche der Süddeutschen Zeitung. „Seit meinem Ausstieg in Dortmund habe ich versucht, mit meiner Familie einige Dinge nachzuholen und zu erleben. Aber außerhalb der Schulferien, die ich endlich mit meinen Kindern verbringen konnte, habe ich auch viel dafür getan, um ein besserer Trainer zu werden.“
„Rückblickend denke ich gerne an die Energie zurück, die wir auf meiner ersten Trainerstation entwickelt haben“, so Terzić weiter. „Sie glauben gar nicht, wie viel ich daraus mitgenommen und gelernt habe: dass wir auf brutale Weise die Meisterschaft verloren haben und dennoch nicht in ein Loch gefallen sind, sondern in Wembley ein weiteres Highlight erlebt haben.“
„Ich freue mich extrem darauf, dass hoffentlich noch viel auf mich wartet“, schloss Terzić. Ob Gladbach auf ihn wartet, bleibt abzuwarten. Polanski wird voraussichtlich die Spiele gegen Leverkusen, Frankfurt und Freiburg leiten, während eine endgültige Entscheidung von Sportchef Virkus zur Länderspielpause im Oktober erwartet wird.
Eines scheint sicher: Gladbach könnte es deutlich schlechter treffen als mit Edin Terzić. Der Mann, der Dortmund zum letzten Titel, ins Champions-League-Finale und sehr nahe an eine Meisterschaft führte, könnte auch die inzwischen ziemlich graue Maus vom Niederrhein wieder zum Strahlen bringen.