Edin Terzić als potenzieller Trainer von Borussia Mönchengladbach
Nach dem Abgang von Gerardo Seoane wird Edin Terzić als möglicher Trainerkandidat für Borussia Mönchengladbach gehandelt. Der ehemalige BVB-Trainer stößt zwar auf Skepsis, könnte jedoch die ideale Lösung für die Fohlen sein.
Dortmund/Mönchengladbach – Trainerwechsel im September sind in der Bundesliga eher selten, doch bei Borussia Mönchengladbach ist es nun offiziell: Gerardo Seoane ist Geschichte, und Eugen Polanski übernimmt vorerst als Interimstrainer. Der U23-Coach hat die Gelegenheit, sich im Profibereich zu beweisen, während Sportdirektor Roland Virkus den Trainermarkt im Auge behält.
Unter den potenziellen Nachfolgern für Seoane wird auch Edin Terzić genannt. Der frühere Cheftrainer von Borussia Dortmund wird allerdings unter den Fohlen-Fans mit Skepsis betrachtet, obwohl er mehr Erfolge vorzuweisen hat als Polanski und viele andere Anwärter auf den Chefposten.
Terzić führte Dortmund 2024 ins Champions-League-Finale und verpasste ein Jahr zuvor nur knapp die Deutsche Meisterschaft. 2021 gewann er als Interimstrainer den DFB-Pokal, nachdem er in einer Krisensaison vom Co-Trainer zum Cheftrainer aufgestiegen war. Seine Bilanz kann sich sehen lassen.
Es ist unverständlich, warum seine Leistungen in der deutschen Fußballöffentlichkeit oft klein geredet werden. Terzićs größte Stärke liegt nicht nur in seinen taktischen Fähigkeiten, sondern auch in seiner emotionalen Ausstrahlung. Er wäre ein Kontrast zum unterkühlten Seoane, der nie in der Lage war, eine Bindung zu den Fans in Gladbach herzustellen. Hierin liegt eine große Chance für Borussia.
„Wichtig ist, dass Überzeugung zurückkommt und eine Ausstrahlung vom Trainer ausgeht, die sich auf die Mannschaft überträgt“, erklärte die Moderatorin und Gladbach-Anhängerin Lisa Tellers exklusiv bei Absolut Fussball, dem Fußball-Portal von Home of Sports. Diese Leidenschaft und Authentizität zeichnen Terzić aus.
Die zentrale Frage bleibt, ob es dem glühenden BVB-Fan Terzić gelingen kann, auch bei der ‚anderen‘ Borussia diese Glaubwürdigkeit zu vermitteln. Unbestritten ist jedoch, dass er als Trainertyp genau das verkörpert, was der Fohlenelf fehlt. Seine Bereitschaft für eine neue Herausforderung ist auf jeden Fall vorhanden.
„Wenn’s passt, kann es sofort losgehen“, sagte Terzić diese Woche der Süddeutschen Zeitung. „Seit meinem Ausstieg in Dortmund habe ich versucht, mit meiner Familie einige Dinge nachzuholen. Aber außerhalb der Schulferien, die ich endlich mit meinen Kindern nutzen konnte, habe ich auch viel dafür getan, um ein besserer Trainer zu werden.“
„Rückblickend denke ich gerne an die Energie zurück, die wir bei meiner ersten Trainerstation entwickelt haben“, fügte Terzić in dem Interview hinzu. „Sie glauben gar nicht, wie viel ich daraus mitgenommen und gelernt habe: dass wir auf brutalste Weise die Meisterschaft verloren haben und dennoch nicht in ein Loch gefallen sind, sondern in Wembley ein weiteres Highlight erlebt haben.“
„Ich freue mich extrem darauf, dass da draußen hoffentlich noch viel auf mich wartet“, schloss Terzić. Ob Gladbach auf ihn wartet, wird sich zeigen. Polanski wird vermutlich die Spiele gegen Leverkusen, Frankfurt und Freiburg leiten, während eine endgültige Entscheidung von Sportchef Virkus zur Länderspielpause im Oktober erwartet wird.
Eines scheint sicher: Gladbach könnte es deutlich schlechter treffen als mit Edin Terzić. Der Mann, der Dortmund zum letzten Titel, ins Champions-League-Finale und nahe an die Meisterschaft geführt hat, könnte auch die eher graue Maus vom Niederrhein wieder zum Strahlen bringen.